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Versteigerung für nichtig erklärt

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Die am 10. Juni erfolgte Zwangsversteigerung des Zwickerhofes im Ratzenwinkel von Bad Tölz vor dem Amtsgericht Wolfratshausen (wir bereichteten) ist vom Landgericht München für nichtig erklärt worden.

Der die Bäuerin Anneliese Sappl vertretende Rechtsanwalt Michael Köllner hatte kurz vor dem Termin einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens gestellt und sich in einer Eilentscheidung durchsetzen können. So wird es zumindest vorerst nicht zu einem Zuschlag für den Landwirt und Fleischverarbeitungsunternehmer Wilhelm Fenzl kommen. Dieser hatte 3,35 Millionen Euro für den hochverschuldeten Betrieb geboten. Damit steht noch nicht fest, ob sich das Gericht auch voll der Klage Köllners gegen die das Verfahren betreibende Bank-AG aus Hamm anschließend wird. Der Fall ist somit noch in der Schwebe. Der Anwalt geht davon aus, „dass wir große Aussicht auf Erfolg haben“. Begründet wurde die Klage gegen die Zwangsvollstreckung laut Köllner damit, dass die Bank-AG bei der Übernahme der bei der Raiffeisenbank München angefallenen Schulden, wie es der Bundesgerichtshof neuerdings verlangt, nicht in den „Sicherungsvertrag“ eingetreten sei, den die Raiffeisenbank mit der Bäuerin abgeschlossen hatte. Dieser verbindet juristisch die Grundschuld mit der Kreditforderung. Außerdem geht Köllner davon aus, dass die Schulden keineswegs so hoch sind, wie angegeben, beziehungsweise jene Schulden, die sich schon vor 30 Jahren angehäuft hatten, inzwischen verjährt seien. Ferner sei nicht genau geklärt, wer welche Kreditforderungen hat und was von Sappl schon in den 80er Jahren beim Verkauf von Flächen an die Stadt für das Gewerbegebiet Farchet getilgt wurde. Köllner gibt zu, dass die Sache etwas undurchsichtig sei. Er jedenfalls geht davon aus, dass sich das seit über 30 Jahre laufende Verfahren auf weitere Monate oder gar Jahre hinziehen wird.

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