Viel Lärm um Lärmschutzwand

Das Anwesen von Stephan Krischke Am Waldrand 2 steht direkt an der Ecke zur dicht befahrenen Schießstättstraße. Eine Straße, die täglich von mehreren tausend Pkw, Transportern und Lastwagen passiert wird. Um sich vor dem Krach zu schützen, möchte der Eigentümer eine vier Meter hohe Lärmschutzwand errichten – was im Bauausschuss für eine kontroverse Debatte sorgte.

Denn Krischkes Nachbar Am Waldrand 4 hat im Oktober 2000 von der Stadt und dem Landratsamt eine Drei-Meter-Lärmschutzwand genehmigt bekommen. Auch dieser hat zuvor eine Höhe von vier Metern beantragt und war damit im Bauausschuss damals durchgefallen: In dem Bereich der Schießstättstraße und Am Waldrand dürfen „Einfriedungen“ eine Höhe von 1,25 Meter nicht überschreiten. Krischke hat sein Grundstück mit einer 1,20 Meter hohen Mauer umgeben und dahinter eine (heute) 4,50 Meter hohe Fichtenhecke gepflanzt. Doch das genügt ihm nicht; eine schalltechnische Untersuchung im eigenen Auftrage hat ergeben, einen effektiven Lärmschutz könne es für dieses Grundstück nur mit einer vier Meter hohen Wand geben. Diese Wand auf einer Länge von 21 mal 20 Metern will der Eigentümer begrünen lassen. Die Argumente im Ausschuss konnten unterschiedlicher nicht ausfallen. Während Klaus Heilinglechner (BVW) und Richard Kugler (CSU) die Privat-Initiative ausdrücklich lobten („der kommt nicht gleich zur Stadt, sondern macht selbst was auf eigene Rechnung“, Heilinglechner), sorgten sich Renate Tilke (CSU) und Roswitha Beyer (SPD) um das Ortsbild. „Ich möchte dem Anwohner nicht verwehren, dass er sich gegen den Verkehrslärm schützt“, so Beyer, „aber vier Meter sehen dann aus wie Sankt Adelheim“. Sie wie auch Tilke und Gaby Reith (Grüne) sowie Josef Praller (BVW) folgten dem Vorschlag der Verwaltung mit drei Metern. „Wir haben hier wirklich eine Verantwortung“, entgegnete Renate Tilke den Befürwortern der Vier-Meter-Wand: „Wie sieht denn das aus, wenn hier vier Meter aus Beton und Holz herumstehen, das wäre wirklich eine Katastrophe für unsere Stadt.“ Und Gaby Reith erkannte keinen wesentlichen Unterschied zwischen drei und vier Metern: „Ich glaube nicht, dass da viel dabei heraus kommt.“ Günther Eibl (CSU) konnte die ganze Aufregung nicht verstehen und wünschte sich vom Gremium, den Bürgern mehr Eigenverantwortung zu übertragen. Eibl verwies darauf, dass auch die dahinter liegende Bebauung von dieser Privat-Maßnahme profitiere. Es werde zu keiner „Vier-Meter-Wand-Flut“ kommen, sagte er, gleichzeitig versichernd, dass Wolfratshausen nur zu einer „Kasernenstadt“ mutieren werde. Auf der Suche nach einer Lösung scheiterte Bürgermeister Helmut Forster bei der folgenden Abstimmung mit (von der Verwaltung vorgeschlagenen) Drei-Meter-Variante (5:5), eine Pattsituation herrschte auch bei den beantragten vier Metern. Josef Praller schließlich stellte den Antrag für eine 3,50-Meter-Obergrenze, die eine 6:4-Abstimmung überstand. po

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