Jugendarbeit fordert Kreativität

Vier neue Teilzeitkräfte: „Vielfältiges Team“ bringt sich für Tölzer Jugend ein

Die Mitarbeiter der Tölzer Jugendförderung: (v.l.) Benedikt Finis, Michael Mock, Sozialplaner Franz Späth, Valer´y Schreiber-Krasner und Benedikt Bärtle.
+
Die Mitarbeiter der Tölzer Jugendförderung: (v.l.) Benedikt Finis, Michael Mock, Sozialplaner Franz Späth, Valer´y Schreiber-Krasner und Benedikt Bärtle.

Bad Tölz – Das Tölzer Jugendcafé an der Hindenburgstraße ist derzeit aufgrund von Corona vorübergehend geschlossen, dennoch ist die Jugendförderung der Stadt Bad Tölz aktiv.

So wurden in der jüngsten Finanzausschuss-Sitzung des Stadtrates die neuen Teilzeitkräfte von Sozialplänen Franz Späth vorgestellt. Sie ersetzen bisherige Mitarbeiter, die im Februar und im April ausgeschieden sind. Außerdem eine Mitarbeiterin, die im August in Elternzeit ging. Die „Neuen“ sind Benedikt Finis (22 Wochenstunden), Benedikt Bärtle, Michael Mock (beide 30 Wochenstunden) und die in St. Petersburg geborene Valery Schreiber-Krasner (22,5 Stunden).

Die Jugendarbeit ist aktuell wegen Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten alles andere als einfach. Die vergangenen Monate seien ein ständiges Auf und Ab, ein Hin und Her gewesen, sagte bei der Vorstellung im Rathaus Sozialplaner Franz Späth. Immer wieder sei man vor der Frage gestanden, wie Jugendarbeit noch gelingen könne: „Da muss man kreativ sein.“ Im offenen Betrieb des Jugendhauses und in der Medienarbeit ist Benedikt Finis schon seit April eingesetzt. Er begann seine Arbeit im ersten Lockdown. „Das war eine sehr schwierige Situation am Anfang“, berichtete er. Finis, der im März nächsten Jahres sein Studium mit dem Bachelor abschließen will, blieb nicht müßig. Er widmete sich der Medienarbeit, beantragte dafür Fördergelder und bekam sie auch. Im Moment sei er gerade dabei, ein Video-Studio einzurichten, sagte er. Jugendliche sollen dort beispielsweise Musikvideos produzieren und Medienkompetenzen erwerben können. Dies sei „sehr wichtig und sehr wertvoll“.

Aus Geretsried kommt Michael Mock. Seit 2012 arbeitete der Vater zweier erwachsener Töchter dort als Fachbereichsleiter in der mobilen Jugendarbeit. Er sei sehr glücklich, nun im Team von Franz Späth zu sein, sagte der 53-jährige Diplom-Sozialarbeiter. „Es ist mir eine Freude und Ehre, die mobile Jugendarbeit in Tölz aufzubauen.“

Im offenen Betrieb des Bürgerhauses und in der Erlebnispädagogik wird Sozialarbeiter Benedikt Bärtle tätig sein, der im Oktober sein Studium abgeschlossen hat. Vierte im Bunde ist die Diplom-Pädagogin Valer´y Schreiber-Krasner, die kunsttherapeutische Zusatzausbildungen hat. Ihr Aufgabengebiet ist neben dem offenen Betrieb eine Kunstwerkstatt. „Mein Herz brennt für die Kunst“, sagte sie. Unter anderem wird sie ein mobiles Atelier für Kinder und Jugendliche an den Schulen anbieten, worüber sich Stadträtin und Schulleiterin Bärbel Weixner (Grüne) erfreut zeigte.

Mit den vier neuen Teilzeitkräften habe die Tölzer Jugendförderung ein „vielfältig aufgestelltes Team“, sagte Späth. Auf die Frage von Johanna Pfund (Grüne), ob die Jugendarbeiter wegen Corona noch die Kinder vor Ort treffen können, bejahte Späth: „Wie will man Jugendliche sonst erreichen?“ Allerdings änderten sich ständig die Regelungen, auf die man sich immer wieder neu einstellen müsse. Wenn man Jugendliche trotz Kontaktverbots in Gruppen treffe, spreche man sie zwar darauf an. Aber, so stellte Späth klar: „Wir sind keine Hilfssheriffs.“

Eine interessante Frage stellte Willi Streicher (SPD), der wissen wollte, wie es mit den ausländischen Sprachkenntnissen der Mitarbeiter stehe. Zwar habe eine türkisch sprechende Kollegin das Team verlassen, wie Späth bedauerte, doch mit Schreiber-Krasner könne man nun auch die russische Sprache abdecken. Ansonsten würden die meisten Tölzer Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gut deutsch sprechen. Späth befürchtet allerdings, dass aufgrund der aktuellen Situation ohne Bewegung und Sport die „Abgehängten“ in der Gesellschaft noch mehr den Anschluss verlieren. „Das ist nicht lustig“, resümierte er. Karl Bock

Auch interessant

Kommentare