„Mensch vor Profit“

Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ruft zum Handeln auf: Bürger können im Rathaus dafür unterschreiben

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Blüten und Insekten: Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ fordert eine ökologische Landwirtschaft. 

Landkreis – Wo sind all` die Bienen hin? Für Umweltschützer, Naturliebhaber und den Initiatoren des Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist die Antwort eindeutig: Sie sind vom Aussterben bedroht. Deshalb rufen sie bayernweit die Bürger auf, beim Volksbegehren „Artenvielfalt“ vom 31. Januar bis zum 13. Februar, sich in den Rathäusern als Unterstützer einzutragen – insgesamt benötigt es eine Millionen Unterschriften.

Alles hängt in der Natur zusammen, ist miteinander verbunden wie bei einer Kette. Fehlt ein Glied davon, könnte dies fatale Folgen haben. Und es habe bereits begonnen, sagt ÖDP-Kreisvorsitzender Stephan Koch. „Die Zahl der Vögel und Insekten ist stark zurückgegangen“, sagt der Wackersberger. „Mehr als 75 Prozent aller Fluginsekten sind in Deutschland verschwunden.“ Auch die Wildblumen verschwinden, die bekanntermaßen die Nahrungsquelle für Insekten sind. Fehlen diese, sterben die Insekten. „Dann die Vögel und letztendlich wir“, schildert Koch über ein mögliches und drastisches Szenario. Seine Partei setze sich deshalb für die Natur ein und habe das Motto „Mensch vor Profit“, erklärt Koch weiter. Denn Monokulturen lassen keine Raum für Kräuter und Insekten.

Koch prangert insbesondere die Agrarindustrie an: „Die aus reinem Profitinteresse alles tot spritzt. Damit spricht er das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat an. Für Koch eine widernatürliche Handlung. Gegen die seine Partei die ÖDP unter anderem ankämpft und dafür nun das Volksbegehren „Artenvielfalt“ initiiert hat, um dem Artensterben Einhalt zu gebieten. Unterstützt wird die Partei mittlerweile durch die Kreisverbände der Grünen und der SPD, des Landesbunds für Vogelschutz, der Bund Naturschutz sowie die Naturfreunde Oberland, der Alpenverein, der Imkerverein Gertsried und das Hofgut Letten.

Wie berichtet, tourten im Sommer dafür Unterstützer der Initiative „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – rettet die Bienen“ durchs Land, um erste Unterschriften bei einer freien Straßensammlung zu gewinnen. Im nächsten Schritt gelte es nun eine Millionen Unterschriften zu sammeln. Koch betont: „Alles ist wieder auf Null gesetzt.“ Also, auch Unterstützer, die bereits bei der Straßensammlung unterschrieben haben, müssen nun noch einmal im Rathaus unterschreiben. Auf die jetzigen Unterschriften komme es an. Koch ist guter Dinge, denn die Bürger sind mehrheitlich auf der Seite der Naturschützer. „Jeder mit dem ich gesprochen habe, ist für das Volksbegehren.“ Darunter seien auch Landwirte gewesen. „Auch sie haben unser Anliegen verstanden“, sagt er. Auch wenn es einige Kritik für die Forderung für mehr ökologische Landwirtschaft vonseiten der Bauern gibt. Ein weiterer Gegner ist der Bayerische Bauernverband: „Sie vertreten die Interessen der Agrarpolitik“, sagt Koch. dwe

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