Fünf Landkreisbürger erhalten Isar-Loisach-Medaille fürs Ehrenamt

„Voraussetzung für Zukunft“

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Landrat Josef Niedermaier (l.) verlieh die Isar-Loisach-Medaille 2012 an (weiter v.l.) Franz Haidu, Lia Schneider-Stöckl, Johann Schwaiger, Klaus Isermann und Gerald Ohlbaum. Die Laudatio hielt Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber. Foto: pixelkönig

Benediktbeuern – „Dieses Jahr haben wir den Ausgleich wieder nicht geschafft,“ sagte Landrat Josef Niedermaier über die „Quotenfrau“ unter den Preisträgern der Isar-Loisach-Medaille. Fünf Bürgern hat der Landkreis diese verliehen als „sichtbares Zeichen des Danks und der Anerkennung“.

Franz Haidu (Münsing), Klaus Isermann (Wolfratshausen), Gerald Ohlbaum (Sachsenkam), Lia Schneider-Stöckl (Schäftlarn) und Hans Schwaiger (Gaißach) sind die Preisträger. Die Festrede hielt Dr. Edmund Stoiber im Barocksaal des Klosters Benediktbeurern. „Wir sind nicht allein in schwierigen Notsituationen“, fünf Millionen Ehrenamtliche bayernweit würden einem dieses Gefühl vermitteln, wenn sie – oft Tag und Nacht und viele Stunden – im Einsatz für andere sind. Ob Nachbarschaftshilfe, Jugendarbeit, Freiwillige Feuerwehr oder der Einsatz im sozialen und kulturellen Bereich – ehrenamtliches Engagement treibe viele Blüten. Und der Bedarf werde immer größer, gerade in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft, in der ein Teil des sozialen Netzes über Schulden finanziert werde, so Stoiber. „Ehrenamtliches Engagement ist nicht von gestern und die Voraussetzung für eine gute Zukunft“, schloss er seine Rede. Landrat Niedermaier betonte bei der Verleihung von Medaillen und Urkunden, dass er jedes Jahr wieder einmal vor dem Problem der Gewichtung stehe. „Wem gebe ich den Preis zuerst – der Einfachheit halber entschied er sich, dies in der Reihenfolge des Alphabets zu tun. Erster Preisträger ist demzufolge Franz Haidu aus Münsing, der sich seit Jahrzehnten im kulturellen Bereich engagiert. Er schaffte es, als Mitbegründer und Dirigent der Musikkapelle Holzhausen, eine Gruppe mit über 50 Musikern zu formen, die bei Konzerten und Marschwertungen meist mit ausgezeichnetem Erfolg teilnimmt. Haidu wirkt seit Jahrzehnten im Musikbund Ober- und Niederbayern als Beisitzer, Verbandsjugendleiter und seit zehn Jahren als Referent für Marschmusik ehrenamtlich. Seit 13 Jahren dirigiert der Münsinger im Bezirk Isar Mangfall, organisiert Bezirksmusikfeste und Fortbildungsveranstaltungen. Zusätzlich ist er als Wertungsrichter bei Marschwertungen, Prüfungsvositzender für Musikerleistungsabzeichen-Prüfung und Juror beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ engagiert. Zweiter Preisträger ist Klaus Isermann, der sich seit 30 Jahren im sozialen Bereich verdient macht. Er setzte sich dafür ein, fehlende Unterlagen für Rentenansprüche zu ermitteln. An die 21.000 Rentenanwärtern konnte er in seiner Tätigkeit helfen. In seiner Freizeit schlug er die Brücke zur Deutschen Rentenversicherung. Isermann verinnerlichte sich stets das komplizierte Rentenrecht, das in letzter Zeit ständig geändert wurde. So kann man Isermann wohl zu Recht einen „Dolmetscher in der Fremdsprache Rente und Rehabilitation“ bezeichnen. Die Medaille kommt jetzt zum rechten Zeitpunkt, wo der Versicherungsberater aus Altersgründen zur Ruhe setzen möchte. Gerald Ohlbaum erhielt den dritten Preis – in der Kategorie Umweltschutz. Der Sachsenkamer war Gründungsmitglied der Bürgerstiftung Energiewende Oberland und stellt sein Wissen und seine Erfahrung der Stiftung seit 2009 als Vorstand zur Verfügung. Ohlbaum trug maßgeblich zur politischen Umsetzung der „Energiewende 2035“ bei. So erreichte er beispielsweise, dass der Kreistag im März 2005 der von ihm vorgeschlagenen Resolution einstimmig zustimmte. Ebenso konnte er erreichen, dass die Bürgerstiftung aus dem Wettbewerb „Bioenergie-Regionen“ Fördermittel erhielt. Über dieses Projekt konnten bis Mitte des laufenden Jahres kommunikative Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Die einzige Frau unter den Preisträgern ist Lia Schneider-Stöckl aus Schäftlarn/Icking. Sie erwarb Ende der 90er Jahre das über 400 Jahre alte „Hollerhaus“ im Ickinger Ortsteil Irschenhausen und entwickelte dieses zu einem beliebten Treffpunkt als Galerie und Kulturzentrum. Hier kommen seit jeher renommierte Künstler, Schriftsteller und Filmemacher zusammen mit Einheimischen und Gästen. Das Haus gilt als Ort der Kreativität für alle, die Kraft tanken wollen für den Alltag. Die Juristin und Mutter von drei Kindern hegt und pflegt das Haus und füllt es mit Leben und gibt damit im positiven Sinne ein Beispiel für privates Mäzenatentum. Fünfter Preisträger ist Johann Schwaiger aus Gaißach, der sich seit Jahrzehnten im Vereinswesen verdient macht. Seit 1976 wirkt der gelernte Wasserinstallateur, Bauhofmitarbeiter und Vater von zwei Söhnen im SC Gaißach. Er gründete die Langlaufabteilung, war 30 Jahre lang deren Sportwart und Trainer und führte besonders die Jugend zum Erfolg. Als Mitbegründer und Organisator des Gaißacher Berglaufs und Gründer der Leichtathletikabteilung war ihm die Pflege von Wanderwegen, Almsteigen und der Langlaufloipe ein besonderes Anliegen. Als Organisator und Helfer bei Sport- und gesellschaftlichen Veranstaltungen sowie bei Baumaßnahmen machte er sich unentbehrlich. Zudem ist Schwaiger im Oberlandler Gauverband als Gauvorstand aktiv und engagiert sich in diversen Traditionsvereinen und bei der Gaißacher Gebirgsschützen-Kompanie. Rose Beyer

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