Bewährungsversager beleidigt Verkäuferin

Vorbestrafter Ickinger wird zum 41. Mal verurteilt

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Amtsgericht: Vorbestrafter Ickinger wird zu einer dreimonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

Wolfratshausen/Icking – Ende des vorigen Jahres wurde Dieter Z. (Name geändert) wegen Hausfriedensbruchs und Missbrauchs des polizeilichen Notrufs zum 40. Mal von einem Gericht verurteilt. Nun musste sich der 62-jährige Ickinger wegen Körperverletzung und Beleidigung erneut vor dem Amtsgericht verantworten.

Richter Helmut Berger und der Angeklagte kennen sich seit vier Jahrzehnten. Aus Zeitgründen verlas Berger das bis dahin 40 Verurteilungen umfassende Vorstrafenregister diesmal nur auszugsweise. Darin waren unter anderem Vergehen wie Körperverletzungen, Trunkenheitsfahrten, Beleidigungen, eine Volksverhetzung und der Missbrauch von Notrufen aufgeführt. Diesmal stand der Angeklagte wegen zwei Vergehen vor Gericht. So schubste er am 9. Oktober einen 61-jährigen Wolfratshauser am Loisachufer so heftig, dass dieser auf den Boden fiel und sich zwei Rippen brach. „Ich habe die Schmerzen erst am nächsten Tag bemerkt und bin dann zu einem Arzt gegangen“, berichtete der Mann. Der Mediziner diagnostizierte zwei gebrochenen Rippen. Für das Opfer Grund genug, Anzeige gegen Dieter Z. zu erstatten. „Er war voll zu, hat Frauen beleidigt und ist dann auf mich losgegangen“, erinnerte sich der 61-Jährige. Etwa zwei Monate fiel der Angeklagte in einer neben dem Bahnhof gelegenen Bäckerei erneut unangenehm auf. „Er kam mit einer Bierflasche herein und hat mich beschimpft“, sagte die heute 17-jährige Verkäuferin aus. Grund war, dass sie dem sichtlich angetrunkenen Mann empfohlen hatte, seinen Kaffee außerhalb der Bäckerei zu trinken. Weil sie unter anderem als „hässliche Sau“ und „blöde Kuh“ beschimpft wurde, brach die noch unerfahrene Verkäuferin in Tränen aus. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. „Ich habe mit meiner geschiedenen Ex-Frau telefoniert. Die Schimpfwörter galten ihr und nicht der Verkäuferin“, entschuldigte sich Dieter Z.. Die Staatsanwältin schenkte ihm keinen Glauben und forderte aufgrund der vielen Vorstrafen eine viermonatige Haftstrafe. Richter Helmut Berger folgte dieser Empfehlung nicht und setzte trotz „großer Bedenken“ eine dreimonatige Haftstrafe zur Bewährung aus. Denn der Fall der Körperverletzung wurde aus dem Strafverfahren herausgenommen. „Der Alkohol ist seit Urzeiten ein Problem bei ihm und Auflagen haben längst keinen Sinn mehr“, resignierte Berger. Der Angeklagte nahm das moderate Urteil sofort an. „Dann is a Ruah!“, hoffte er inständig. ph

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