Warnung vor dem Angstvirus

Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses ruft zur Wahlbeteiligung auf

Reinhold Krämmel
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IHK-Regionalausschuss Vorsitzender, Reinhold Krämmel, Forderte zur Teilnahme an der IHK-Wahl 2021 auf.
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Landkreis – Das Coronavirus stellt die Wirtschaft seit gut einem Jahr vor große Herausforderungen. Das wurde auch bei einem Online-Pressetermin der IHK Bad Tölz-Wolfratshausen deutlich.

„Die Lage in einigen Branchen ist bitterernst“, eröffnet Reinhold Krämmel das Online-Treffen. Der Kampf um die wirtschaftliche Existenz würde mittlerweile zum Alltag vieler Unternehmer gehören. „Der Coronavirus hat sich auch zu einem Angstvirus entwickelt. Dieser darf nicht Besitz von uns ergreifen“, warnt Krämmel. Gerade in, vom Tourismus stark geprägten Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, würde sich das bemerkbar machen. „Besonders hart getroffen sind Gastronomie und Hotellerie, Betriebe der Tourismus- und Veranstaltungsbranche, und natürlich der innerörtliche Einzelhandel“, erklärt Krämmel. Trotz der ausgeprägten Tourismusbranche aber, habe der Landkreis eine wirtschaftlicher Vielfalt anzubieten: „Vom Ein-Mann-Betrieb bis zum erfolgreichen Mittelständler, vom Start-up bis zum Hidden Champion. Diese Wirtschaftsstruktur darf durch Lockdown und Betriebsschließungen nicht kaputtgehen“, so der Vorsitzende. Branchenübergreifend freute sich Krämmel jedoch, „dass viele Geschäftsleute flexibel und kreativ reagiert und sich neue Verkaufskanäle erschlossen haben.“

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts erfüllt die IHK über 80 hoheitliche Aufgaben. Die aktuell wichtigste Aufgabe sei aber die Abwicklung aller staatlichen Finanzhilfen für Unternehmen im Freistaat Bayern, die im Zusammenhang mit der Pandemie stehen.

Wichtig war dem Vorstand, die IHK-Wahl 2021 zu betonen. „Heuer sind mehr als 11.000 Unternehmer zur Stimmabgabe aufgerufen.“ Jedes dieser Unternehmen verfüge in der Regel über zwei Stimmen, mit denen es bei der Wahl die Zusammensetzung von zwei Unternehmerparlamenten mitbestimmt. Für den Landkreis ist das der jeweilige IHK-Regionalausschuss.

„23 Kandidaten haben sich für die Wahl im Landkreis aufstellen lassen“, sagt Krämmel. Der im Zuge dieses demokratischen Wahlprozesses neu gewählte IHK-Regionalausschuss setzt sich dann ab Juni für die Interessen der Wirtschaft im Landkreis ein.

Startschuss der Wahlen

Ab Freitag, 9. April, kann per Brief oder online gewählt werden. Bis zum 7. Mai können Wahlberechtigte ihre Stimmen abgeben. „Dabei entscheiden sie, wie die Stimme der Wirtschaft in den kommenden fünf Jahren klingen wird und für welche Themen sich die IHK einbringt.“

Viel Optimierungspotenzial hätten vor allem der öffentliche Nahverkehr und die Verkehrssituation rund um die touristischen Hotspots. Und auch weiterhin müsse sich gegen die überbordende Bürokratie eingesetzt werden. „Was die gebeutelte Wirtschaft jetzt am wenigsten gebrauchen kann, ist, dass ihr noch mehr Regularien, Gesetzesvorgaben und Vorschriften aufgeschultert werden“, appelliert Krämmel. Eine andere sehr wichtige Baustelle für die Nach-Coronazeit würde sein, die Politik wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben hinzuweisen.

Damit die IHK weiterhin wichtige Projekte anstoßen kann, bräuchte es sowohl in der Vollversammlung als auch im Regionalausschuss Bad Tölz-Wolfratshausen engagierte Unternehmer.

Rund 390.000 Mitgliedsunternehmen wählen alle fünf Jahre die IHK Vollversammlung und die Regionalausschussmitglieder. Die nächste IHK Wahl findet vom 9. April, bis zum 7. Mai, statt. Weitere Informationen dazu gibt es auf www.ihkwahl2021.de.

Eine Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern ergab, dass der zweite Lockdown die Stimmung der Unternehemen im Oberland erneut abkühlte.

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