Interview: „Genießt eure Jugendzeit“

Vulkane, Fördergelder und Jugendwahl: KJR-Geschäftsführerin Sandra Kresta kennt sich damit aus

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Sandra Kresta (23) ist seit Oktober die neue Geschäftsführerin beim Kreisjugendring.

Bad Tölz – Sie ist jung, sportlich und ehrgeizig: Sandra Kresta ist 23 Jahre alt, aus Geretsried und seit Oktober die neue Geschäftsführerin vom Kreisjungendring (KJR). Im Gespräch berichtet sie von ihrer neuen Arbeit.

Nach der Realschule holte sie ihr Abitur am Waldramer Gymnasium nach und studierte danach Soziale Arbeit an der katholischen Stiftungshochschule München, schloss dort mit einem Bachelor ab. Beim Semester-Praktikum bei der Jugendbildungsstätte in Königsdorf, blieb sie, es war ihr Sprungbrett zum neuen Job. Arbeitskollegen rieten ihr nämlich, sich für die gerade frei gewordene Stelle zur KJR-Geschäftsführerin im Landkreis zu bewerben. Heute sitzt Kresta in ihrem neuen Büro auf der Tölzer Flinthöhe, das Landratsamt in Sichtweite. Ihre neue Wirkungsstätte wirkt noch leer, kaum Möbel, nur ein Tisch, ein Schrank und eine kleine Zimmerpflanze auf dem Fensterbrett. An den leeren weißen Wänden hängen aber bunte Farbtupfer: Es sind Urlaubsbilder aus Thailand, dem Balkan und Iran.Trotz ihrer jungen Jahre hat Kresta bereits ferne Länder besucht, unterschiedliche Menschen kennengelernt und nun einen Führungsposten inne. Im Gespräch berichtet sie darüber.

Frau Kresta, die Urlaubsfotos an der Bürowand zeigen, Sie sind vor ihrem Berufsstart schon herumgekommen in der Welt. Erzählen Sie!

„Im Frühjahr bin ich zusammen mit meiner Tante für sechs Wochen durch Armenien und Iran gereist. Dort sind wir dann mit Tourenski den 5.671 Meter hohen Vulkan Damavand hinauf. Und im Sommer unternahm ich eine Fahrradtour quer durch den Balkan. Auf 1.600 Kilometer ging es über Kroatien, Bosnien, Montenegro, Kosovo weiter durch Mazedonien bis nach Albanien ans Meer. Die Reise haben wir zu zweit unternommen. Und wir haben einige freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt.“

Nun sind sie bereits seit drei Monaten neue Geschäftsführerin beim Kreisjungendring: Was haben Sie dort seit dem bereits erlebt?

„Anfangs habe ich sehr viele neuen Gesichter und Namen kennengelernt, die ich mir noch nicht alle merken kann (lacht). Auch war ich auf vielen Sitzungen und Schulungen und Vorstandssitzungen unterwegs. Und ich führte bereits ein Bewerbungsgespräch mit einer neuen Mitarbeiterin, die nun ab Februar den Ferienpass betreuen wird. Auch die Jugendwahlen sind ein Thema, mit dem ich mich beschäftige.“

Berichten sie über die Jugendwahl, wie läuft sie ab?

„An der Wahl können alle Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren teilnehmen. Die Wahl wird digital durchgeführt. Der Vorteil einer Onlinewahl ist der geringe Verwaltungsaufwand, und zudem ist sie umweltschonender. Die Jugendlichen bekommen ab Mitte Februar von ihrer Gemeinde einen Brief zugeschickt, darin befindet sich dann ihr Onlinezugang. Aber die Ergebnisse von der Jugendwahl werden jetzt leider erst nach der Erwachsenenwahl bekanntgegeben.“

Da sprechen sie ja ein kritisches Thema an. Aus Angst vor Wahlbeeinflussung ist ja die Jugendwahl verschoben worden.

„Die ein oder andere Person hatte bedenken wegen Wahlbeeinflussung. Aber das ist eigentlich der springende Punkt bei der Jugendwahl. Es war eigentlich unser Ziel, die Erwachsenen mit dem Ergebnis zu konfrontieren. Und damit auch eine moderne Sicht auf die Politik aufzuzeigen. Aber als Angst, dass uns die Gemeinden abspringen könnten, veröffentlichen wir die Ergebnisse nun erst nach der Kommunalwahl und einer möglichen Stichwahl. Aber wir hoffen, dass sich die Jugendlichen nun mit ihren Eltern über die Wahl unterhalten und dadurch auch ein Austausch stattfindet.“

Zurück zu ihrer Stelle: Was sind konkret ihre Aufgaben als Geschäftsführerin?

„Neben dem Tagesgeschäft bin ich zuständig für die Vernetzung und Kooperation mit anderen hauptamtlichen Einrichtungen wie das Amt für Jugend und Familie. Auch bin ich für den Haushalt verantwortlich. Diesen muss ich aufstellen, überwachen und schauen, dass wir nicht pleite gehen (lacht). Zukünftig möchte ich auch Projekte auf die Beine stellen, die in Richtung Umwelt gehen. Da möchte ich was Cooles und Attraktives für die Jugend entwickeln, und hoffe sie ist motiviert mitzumachen. Zudem entwickle ich für unseren Kreisjugendring ein eigenes Leitbild, auf das wir hin arbeiten können.“

Der Kreisjungendring ist ein Sprachrohr der Vereine: Wie viel Fördergelder stehen ihnen dafür eigentlich zur Verfügung?

„Die Vereine können bei uns Zuschussanträge stellen, wenn sie Arbeitsmaterialien benötigen, eine Fahrt oder Aktion mit ihren Jugendlichen unternehmen wollen. Diese werden nach unterschiedlichen Kriterien von uns gefördert. Eine Sonderförderung gibt es auch, die nicht unter die genannten Bereiche fällt. Unsere Zuschüsse werden pro Quartal ausgezahlt. Im Jahr stehen uns dafür 45.000 Euro an Zuschüssen zur Verfügung.“

Reicht das Fördergeld?

„Bisher reicht es. Aber ich glaube, dass viele Vereine aus dem Landkreis und deren Jugendleiter gar nicht wissen, dass sie diese Möglichkeit haben, bei uns Fördergelder zu beantragen. Wir überarbeiten gerade unsere Richtlinien für die Zuschussanträge auf unserer Homepage, damit es für die Vereine übersichtlicher und auch einfacher wird.“

Abschließend: Was wollen sie den Jugendlichen im Landkreis noch mitteilen?

„Sie soll auch ihre Jugend- und Schulzeit genießen. Aber auch darauf achten, etwas aus ihrem Leben zu machen. Und: geht nach draußen und verbringt nicht eure ganze Zeit am Handy (lacht).“

Das Gespräch führte Daniel Wegscheider

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