Paten mit Herz gesucht

Wackersberg/Bad Tölz: Projekt „Familien Paten Süd“ - Ehrenamtliche im Einsatz

Familenpatin Martina Reichl
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Die ehrenamtliche Familenpatin Martina Reichl unterstützt derzeit eine Familie in Wackersberg.
  • Viktoria Gray
    vonViktoria Gray
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Wackersberg/Bad Tölz – Das Projekt „Familienpaten Standort Süd“ wurde Ende 2019 ins Leben gerufen.

In kooperativer Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen und der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern werden Familien durch einen ehrenamtlichen Paten entlastet. Nun zeigt eine der Ehrenamtlichen einen Einblick in ihre Tätigkeit als solche.

Für das Projekt haben sich die sieben Gemeinden Gaißach, Greiling, Jachenau, Lenggries, Reichersbeuern, Sachsenkam und Wackersberg sozialräumlich zusammen geschlossen.

Martina Reichl, Coacherin und Beraterin betreut über die Familienpaten derzeit eine Familie in Wackersberg. „Als Patin unterstütze ich ein Jahr lang die Familie, die mit der Betreuungssituation vor ein paar Monaten einfach zu sehr gefordert war“, erklärt die Tölzerin. Mit strahlenden Augen und einem Lächeln wird sie dort immer von ihrem Patenkind empfangen. „Die Mutter kann dann durchatmen und erhält eine Entlastung von ihrem sehr flinken und fordernden Sohn.“

Bevor sie als Patin in eine Familie gehen darf, habe sie eine zertifizierte Ausbildung erhalten. In drei Modulen zu den Überthemen: Familie als System, Kommunikation und Interkulturelle Begegnung lernte sie vor allem, „dass die Familie ein sensibler Organismus ist. Ich war positiv überrascht, dass mich sogar eine fundierte Schulung auf das Amt vorbereiten würde“, berichtet Reichl. Dort habe sie auch eine ganze Gruppe von Gleichgesinnten kennengelernt. Zudem wäre mit diesen der Austausch sehr bereichernd.

Entlastung für das System „Familie“

Ihre Verantwortung als Familienpatin läge darin, Entlastung in das System „Familie“ zu bringen, ohne eigene Vorstellungen aufzudrücken. Als Patin wahre sie zudem ihre Grenzen, da sie den Umfang und die Art ihrer Unterstützung zuvor mit der Koordinatorin festlegen könne.

In der Zeit, in der Reichl die Wackersberger Familie unterstützt genießt sie es, alte Kinderlieder und Spiele aus ihrem Gedächtnis zu kramen. „Die Freude und das Vertrauen in den strahlenden Augen belohnen mich reichlich für die Stunden, in denen ich nach Herzenslust spielen kann“, sagt sie. Ihr Engagement im Ehrenamt, mit dem sie aktiv einen kleinen Beitrag in der Nachbarschaft leistet, würde so vielfach positiv zurück zu ihr kommen.

Projekt für alle Familienschichten

Betreut und durch das Jahr geleitet, wird Reichl von Annkatrin Rummel, die Koordinatorin der Familienpaten im Sozialraum Süd. Vor allem in Corona-Zeiten würde der Bedarf an ehrenamtlichen Familienpaten steigen. Zudem betont Rummel: „Alle Familienschichten können sich für das Projekt melden.“ Maximal zwei bis drei Stunden in der Woche werden die Paten in den Familien eingesetzt. Gut zu wissen für potentielle Paten sei außerdem, dass die Fahrtkosten zu der Familie erstattet werden. Auch die Lehrgänge sind kostenlos.

Interessierte, die sich vorstellen könnten ehrenamtlich eine Familienpatenschaft zu übernehmen aber auch Familien, die einen Paten suchen, finden genaue Informationen dazu auf www.familienkompass.net oder können sich persönlich bei der Koordinatorin Annkatrin Rummel per E-Mail (annkatrin.rummel@jh-obb.de) oder unter Tel: 0177/758 26 70 melden. 

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