Rückenwind für Werner

SPD wählt Bürgermeisterkandidaten und stellt Wahlprogramm vor

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Geretsried – Einstimmig wählten 22 Mitglieder des SPD-Ortsverbandes jüngst Wolfgang Werner in den Ratsstuben zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Zudem stellten Stadtrat Michael Lasidis und Ortverbandvorsitzender Martin Bruckner das Wahlprogramm der Geretsrieder Genossen vor.

Geretsried – Einstimmig wählten 22 Mitglieder des SPD-Ortsverbandes jüngst Wolfgang Werner in den Ratsstuben zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Zudem stellten Stadtrat Michael Lasidis und Ortverbandvorsitzender Martin Bruckner das Wahlprogramm der Geretsrieder Genossen vor.

„Wolfgang Werner ist für uns ein Glücksfall“, erklärte Hans Hopfner. Der noch amtierende zweite Bürgermeister hob vor der geheimen Wahl hervor, dass der 44-Jährige in den vergangenen Jahren viele Anträge für den Wohnungsbau im Stadtrat eingebracht hatte und auch aufgrund seines hohen Bekanntheitsgrades in der Stadt der ideale Bürgermeisterkandidat sei. In seiner Vorstellungsansprache hob Werner zunächst seine Ambitionen hervor, die Stadt weiter voranzubringen. „Der Dialog ist mir ganz wichtig“, sagte der Finanzbeamte. Als derzeitiger Sportreferent möchte er künftig nicht nur Ansprechpartner für Vereine, sondern auch für Firmen und Geringverdiener sein. „Keiner darf verloren gehen!“, stellte Werner klar. Er kündigte an, sich weiterhin für einen kostenlosen Stadtbus einzusetzen und verwies dabei auf einen erfolgreich angelaufenen gebührenfreien Busverkehr in der Augsburger Innenstadt. „Mir ist unbegreiflich, warum uns der MVV da bisher nicht entgegenkommen will“, ärgert sich Werner. Weitere Punkte auf seiner Agenda sind die Einführung einer Ballungsraumzulage für Geretsrieder Stadtverwaltungsmitarbeiter, die Senkung der Grundsteuer und die Schaffung von neuen Wohnungen zu sozial verträglichen Preisen.

Damit nahm der Bürgermeisterkandidat schon einige Punkte des erstmals in der Öffentlichkeit vorgestellten Wahlprogramms vorweg. Stadtrat Michael Lasidis erstellte zunächst eine Rohfassung, in die er später die Anregungen und Ideen der Parteimitglieder einfließen ließ. Schon in der Präambel werden ehrgeizige Klimaschutzziele ausgerufen: „Geretsried darf nicht unkontrolliert durch städtebauliche Verdichtung, Flächenfraß und weitere Abholzungen an Lebensqualität verlieren“, heißt es da. Barrierefreie Busse und ein erweitertes Radwegenetz sollen dazu führen, dass Menschen auf Autofahrten verzichten. Zudem wünscht sich die SPD eine Bürgersolaranlage, die in Form einer Genossenschaft organisiert werden könnte. Um den angespannten Mietmarkt zu entlasten, schlägt die Partei die Schaffung von städtischem Wohnungseigentum vor. „So wird es möglich, Wohnraum für einen bezahlbaren Mietzins insbesondere an Beschäftigte der Stadt und Angestellte in sozialen Berufen bereit zu stellen“, glaubt Lasidis. Denkbar sei auch der Bau eines von der Industrie mitfinanzierten Azubi-Wohnkomplexes. Eine Selbstverständlichkeit ist für die SPD die Erweiterung des Angebots an Kinderbetreuungsplätzen. „Gerade für alleinerziehende Mütter ist die Situation in Geretsried prekär“, kritisierte SPD-Ortsvorsitzender Martin Bruckner. Neue Ideen tauchen unter dem Themenkomplex „Sport und Kultur“ auf. So wird beispielsweise vorgeschlagen, ein öffentliches Backhaus an das geplante Bürgerhaus in Stein anzugliedern. „Dieser Backofen soll allen Bürgern und Bürgerinnen zur Verfügung stehen“, betonte Lasidis. Mit der Anregung, in Geretsried eine „lange Nacht der Kultur“ zu veranstalten, endet das zehnseitige SPD-Wahlprogramm. Die Mitglieder befürworteten es einstimmig. Die Anregung von Ilke Bastug, dass sich die Partei auch gegen die neue 5G-Mobilfunktechnik positionieren solle, wurde nicht ins Programm aufgenommen. Peter Herrmann

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