Waffen im SchrankEglinger vergisst Anmeldung / Strafe: 3.000 Euro

Eglinger vergisst Anmeldung / Strafe: 3.000 Euro

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Symbolbild

Egling – Im März 2019 veranlasste das Bayerische Landeskriminalamt in mehreren bayerischen Landkreisen eine groß angelegte Waffen-Razzia. Dabei wurden die Fahnder auch auf dem Anwesen eines 59-jährigen Eglingers fündig. Weil er zwei seiner zahlreichen Waffen und 43 Patronen nicht ordnungsgemäß angemeldet hatte, musste er sich nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Um sechs Uhr morgens rückte ein 15-köpfiges Einsatzkommando auf dem Hof des Angeklagten an. „Die Durchsuchungen in den verschiedenen Gebäuden und Zimmern beanspruchten über fünf Stunden“, erklärte der LKA-Einsatzleiter. Dabei stießen die Polizisten nicht nur auf zahlreiche ordnungsgemäß beim Landratsamt angemeldete Waffen sondern auch auf eine nicht registrierte Doppelflinte und eine nicht zugelassene Repetierbüchse sowie 43 unerlaubte Patronen.

„Die Waffen gehörten meinem verstorbenen Vater, der sie wiederum von meinem Großvater geerbt hatte“, erklärte der Angeklagte. Aufbewahrt wurden sie in einem vermeintlich nicht mehr genutzten Kleiderschrank auf seinem Anwesen. Die Patronen habe er vor einigen Jahren von einem Verwandten übernommen, der ihn bat, diese zu entsorgen. Weil der 59-Jährige Besitzer eines Jagdscheins zwischenzeitlich an Krebs erkrankte, habe er sowohl die Entsorgung der Patronen als auch die Anmeldung der Waffen vergessen. Der Sachbearbeiter des Landratsamtes, der ebenfalls an der Hausdurchsuchung teilnahm, sprach in der Verhandlung von einem „schlechten Zustand“ der veralteten Waffen.

Der Staatsanwalt sah einen Verstoß gegen das Waffengesetz als erwiesen an und forderte eine Geldbuße von 90 Tagessätzen zu je 62 Euro – insgesamt 5.580 Euro. Rechtsanwalt Peter Solloch hielt dieses Strafmaß für überzogen. „Der Verstoß gegen die Anmeldepflicht ist nur eine Ordnungswidrigkeit und die Patronen waren harmlos.“ Solloch beantragte, das Strafverfahren gegen die Zahlung einer Geldauflage einzustellen.

Richter Helmut Berger verurteilte den Angeklagten zu 50 Tagessätzen zu je 60 Euro – insgesamt 3.000 Euro. Im Strafbefehl waren 80 Tagessätze vorgesehen. Der Eglinger nahm das Urteil nach kurzer Überlegung an. ph

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