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620 Waffen werden abgegeben

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„Teilweise ging es hier ganz schön zu.“ Erleichtert zeigt sich Werner Mittereder, der zuständige Sachbearbeiter in Sachen Waffenrecht am Landratsamt, darüber, dass die Amnestieregelung nun ausgelaufen ist. Bis zum Jahresende war es Landkreisbürgern möglich, straffrei Waffen abzugeben. 620 Waffen wurden Mittereder vorgelegt, 185 davon waren illegal in Privatbesitz.

„Überraschend hoch“, nennt Mittereder diese Zahl. Dennoch wenig im Vergleich zu den noch nicht abgegebenen Waffen. Mittereder rechnet mit einer großen Anzahl an nicht gemeldeten Waffen. Insgesamt seien im Landkreis rund 25.000 Waffen registriert. Nochmal so viel, so schätzt der Behördenmitarbeiter, befänden sich in illegalem Besitz. Teilweise sei den Bürgern der Besitz der Waffen aber gar nicht bekannt. Oft fänden sich die Waffen auf Dachstühlen älterer Häuser oder sie seien auch in Heustadeln versteckt. Gerade in der Region um Lenggries sei das oft der Fall, so Mittereder, „dort war der Rückszugsbereich der Wehrmacht“. Bei einer Brandserie vor wenigen Jahren habe die Polizei jedenfalls in nahezu jedem zweiten abgebrannten Stadel eine Waffe gefunden. Im Landratsamt wurden aber auch viele registrierte Waffen abgebeben. Zumeist hatten die Besitzer kein Interesse mehr an den Waffen - oder scheuten den Erwerb eines geeigneten Waffenschrankes scheuten. Hier sind nach dem Amoklauf in Erfurt und Winnenden die Reglementierungen verschärft worden. Mittereder hat alle ihm vorgelegten Waffen erfasst. Dabei kamen ihm durchaus auch „Raritäten“ in die Hände. So etwa ein Zimmerstutzen oder eine Winchester. „Das sind eigentlich Waffen für Sammler“, räumt Mittereder ein. „90 Prozent war aber eindeutig Schrott“, erklärte der Experte von der Kreisbehörde. Er leitet die Waffen nun ans Bayerische Landeskriminalamt weitergeleitet, wo sie dann in Einzelteil zerlegt und einer Verwertung oder Verschrottung zugeführt werden. Das kann aber noch dauern. Denn die Mitarbeiter dort kommen der Arbeit kaum mehr hinterher.

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