Kein Schlagabtausch bei Vorstandswahlen

Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen: Johann Killer kann sich in seinem Amt behaupten

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Trotz einiger weniger Bedenken stimmten die Mitglieder für die Umwandlung der Wolfratshauser Waldbesitzervereinigung in eine „Wirtschaftliche Vereinigung“.

Dietramszell – Der von vielen erwartete Schlagabtausch ist bei den Vorstandswahlen der Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen (WBV) ausgeblieben. Johann Killer aus Sauerlach, der seit zehn Jahren an der Spitze der 1.352 Mitglieder zählenden Vereinigung steht, konnte sich mit 138 Stimmen der 211 Stimmberechtigten überraschend deutlich in seinem Amt behaupten.

Das sah zunächst gar nicht so aus. Denn in einer Telefonaktion unter den Mitgliedern wurde in den Tagen zuvor für Alois Schuller als Gegenkandidat Werbung gemacht. Schuller war früher Kreisobmann des Bauernverbandes, damals aber unter den eigenen Mitgliedern sehr umstritten. Diesmal konnte er nur 69 Stimmen auf sich vereinigen. Neuer zweiter Vorsitzender wurde Hubert Köglsperger, 3. Vorsitzender Peter Bonleitner. Dass es in der WBV rumorte, war an der Tatsache zu erkennen, dass zu den Jahresversammlungen sonst immer nur knapp hundert Mitglieder erscheinen, diesmal der Peiß-Saal in Dietramszell aber mit weit über dem Doppelten überfüllt war. Argumente, warum eine Reihe von Mitgliedern Killer nicht mehr an der Spitze haben wollten, kam den ganzen Abend nicht zur Sprache. In der Telefon-Aktion hatte es geheißen, der Vorsitzende entscheide zu viel selbstständig und verstoße gegen die Satzung, etwa bei Personalentscheidungen, die der Mitgliederversammlung vorbehalten wären. Konkret wurde die Einbindung vom forstlichen Berater Robert Nörr in die Arbeit des Vorstandes angeprangert.

Im Gespräch mit dem Gelben Blatt versicherte Nörr aber, nie bei Vorstandssitzungen dabei gewesen zu sein und nur einmal als beratender Fachmann bei einer Sitzung des erweiterten Vorstandes, und da ohne Stimmrecht, zugegen gewesen zu sein. Und das sehe die Satzung vor. In der Vorstellung der Bewerber für den Vorsitz kam nicht zur Sprache, was er, Schuller, denn anders und besser machen wolle. Er sagte lediglich an die Adresse seines Widersachers gerichtet: „Wenn Dir die letzten Jahre so wenig Spaß gemacht haben, dann wird es Dir ja nicht schwer fallen, das Amt aufzugeben“. Das führte zu einem Raunen im Saal. Schuller nahm damit Bezug auf den zuvor von Killer vorgebrachten Rechenschaftsbericht, wonach beim Vorstand durch die lang anhaltende Krankheit des bisherigen Geschäftsführers Korbinian Häsch viel Arbeit hängen geblieben sei. Mit Florian Loher gebe es jetzt aber einen kompetenten Nachfolger. Das sahen einige Mitglieder als unberechtigte Kritik an Häsch, dem attestiert wurde, trotz seiner Krankheit Großartiges für die WBV geleistet zu haben. Bei diesem Geplänkel rückte der wichtigste Tagesordnungspunkt des Abends, nämlich die Umwandlung der WBV von einem „eingetragenen Verein (e.V)“ in eine „wirtschaftliche Vereinigung (w.V.)“ in den Hintergrund. Trotz einiger kritischer Fragen wurde der Beschluss fast einstimmig gefasst. Dies war notwendig geworden, weil die WBV bei einem Jahresumsatz von über zwei Millionen Euro für seine Mitglieder zu einem gewerblichen Unternehmen geworden ist - auch wenn im abgelaufenen Geschäftsjahr über 800 Mitglieder fachlich geschult worden sind. wbr

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