Holthaus wird Schatzmeister

Isar-Kaufhaus-Geschäftsführer führt Finanzen am Erinnerungsort Badehaus

Frederik Holthaus
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Frederik Holthaus führt ab sofort die Kasse des Badehaus-Vereins.

Waldram – Die Rechenschaftsberichte zahlreicher Arbeitsgruppen und Vorstandsmitglieder sowie die Wahl eines neuen Schatzmeisters bestimmten die Online-Jahreshauptversammlung des Vereins Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald.

25 Mitglieder befürworteten einstimmig, dass Frederik Holthaus die Kasse führt. Der Geschäftsführer des Geretsrieder Isar-Kaufhauses hatte das Amt bereits im September 2019 von Dr. Andreas Bittner kommissarisch übernommen. Holthaus berichtete von hohen Ausgaben in den Jahren 2019 und 2020. So verschlang vor allem die stetige Modernisierung der Einrichtung des modernen Museums viel Geld. Hinzu kamen die Durchführung zahlreicher Sonderausstellungen und Dreharbeiten für filmische Zeitzeugeninterviews. „Das grenzt vom Aufwand her an ein mittelständisches Unternehmen“, lobte Kassenprüfer Bernhard Reisner.

Mittlerweile hat der Verein nur noch ein überschaubares Guthaben von etwa 39.500 Euro auf der Habenseite. Für Badehaus-Vorsitzende Dr. Sybille Krafft zu wenig, um das Fortbestehen des Erinnerungsortes langfristig zu sichern. „Es bleibt unsere Zukunftsaufgabe, diesen Verein in eine institutionelle Förderung zu bringen“, stellte sie fest. Krafft verwies erneut darauf, dass der Erinnerungsort aufgrund der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 über acht Monate lang geschlossen bleiben musste. „Damit gingen auch wichtige Einnahmen von Eintrittsgeldern und Führungen verloren“, bedauerte die Badehaus-Chefin.

Trotz dieser negativen Begleiterscheinungen nannte Vorstandsmitglied Jonathan Coenen auch erfreuliche Zahlen. So stieg die Mitgliederzahl des Vereins von 480 im Jahr 2019 auf mittlerweile 525 an. Seit der Eröffnung im Oktober 2018 besichtigen schon 7240 Besucher die Begegnungs- und Dokumentationsstätte am Kolpingplatz.

Wie aktiv dies Vereinsmitglieder in den vergangenen Jahren waren, zeigten die Berichte der Arbeitsgruppen. So drehten Sebastian d’Huc und André Mitschke mit weiteren Badehaus-Jungmitgliedern den Dokumentarfilm „Von Zeit und Hoffnung“. Die Dreharbeiten mit Zeitzeugen und deren Familien fanden zum Teil in Israel statt.

Um die Geschichte Waldrams jungen Menschen zu vermitteln, wenden sich die Pädagogik- und Wissenschafts-Arbeitsgruppen des Vereins an Schulen. Erster Erfolg war die Erstellung einer Badehaus-App mit Audioguides, die Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Geretsried am Ende der Jahreshauptversammlung präsentierten. Um die Erstellung eines digitalen Zeitzeugenarchivs kümmert sich Sarah Lex.

„Vor der Eröffnung des Badehauses hat niemand geahnt, dass sich die Arbeit während des Betriebs um ein Vielfaches erhöht. Das war vielleicht ganz gut so“, erklärte Vereinsvorsitzende Krafft mit einem Augenzwinkern. Die in Waldram aufgewachsene Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth (Grüne) zeigte sich am Ende der über zweistündigen Online-Versammlung beeindruckt. „Heute wird niemand mehr bezweifeln, dass der Erinnerungsort die Stadt bereichert“, erklärte Vereinsmitglied Heinloth. Peter Herrmann

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