Wahrung der Geschichte

Waldramer Erinnerungsort Badehaus wird für Kampf gegen Rassismus ausgezeichnet

Erinnerungsort Badehaus in Waldram
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Der Erinnerungsort Badehaus in Waldram wird mit dem Obermayer Award ausgezeichnet.
  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
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Waldram – Die Obermayer Awards würdigen deutsche Bürger und Organisationen, die sich für die Erinnerung an die wichtige Rolle, die die jüdische Bevölkerung vor der Zeit des Nationalsozialismus spielte, einsetzen.

Die Obermayer Awards wurden im Jahr 2000 von Arthur S. Obermayer (1931-2016), einem vielfältig engagierten amerikanischen Unternehmer und Philanthropen, und seiner Frau Judith H. Obermayer ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden darüber hinaus auch Menschen, die sich ausgehend von den Lehren aus der Geschichte der Bekämpfung von Vorurteilen und Rassismus – einschließlich Antisemitismus – widmen und die Verständigung zwischen verschiedenen Gruppen fördern, um dem Aufkommen und der zunehmenden Verbreitung von Vorurteilen etwas entgegenzusetzen. Der Erinnerungsort Badehaus in Waldram gehört heuer zu den sechs Preisträgern.

In der Pressemitteilung heißt es, dass der Erinnerungsort Badehaus die komplexe Geschichte des Lagers „Föhrenwald“ in Bayern vermittele. Die ursprünglich für Beschäftigte und Zwangsarbeiter in einer nahegelegenen NS-Munitionsfabrik errichtete Siedlung wurde nach dem Krieg als Lager für jüdische Holocaust-Überlebende („Displaced Persons“) und später als Zufluchtsort für Heimatvertriebene genutzt. Der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald wurde 2012 gegen erheblichen lokalen Widerstand gegründet. Seitdem haben die inzwischen über 540 Mitglieder knapp 40.000 Ehrenamtsstunden in die Renovierung des Gebäudes und die Gestaltung innovativer Ausstellungen investiert, die unter anderem Filme mit Zeitzeugeninterviews umfassen. Unter der Leitung von Sybille Krafft bindet der Verein junge Menschen aktiv ein und organisiert zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Konferenzen. Während der Pandemie entstand im Rahmen eines Projekts ein Film, in dem junge Deutsche Interviews mit drei Generationen ehemaliger Bewohner des Lagers Föhrenwald in Israel führen (wir berichteten).

Preisverleihung am 25. Januar um 18 Uhr im Live-Stream

Die Preisverleihung findet am Dienstag, 25. Januar, im Berliner Abgeordnetenhaus im Rahmen der Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages statt. Die virtuelle Feierstunde wird am selben Tag ab 18 Uhr auf www.erinnerungsort-badehaus.de als Live-Stream übertragen. Ab 20 Uhr steht eine Wiederholung in englischer Sprache zur Verfügung.

Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin Dennis Buchner sagt: „Die gegenwärtige Zeit der Corona-Pandemie zeigt, wie schnell wieder Sündenböcke für gesellschaftliche Konflikte gesucht werden. Auch antisemitische Ausfälle und Straftaten häufen sich leider. Ich bin froh, dass wir mit der Verleihung der Obermayer Awards ein Zeichen setzen können für Toleranz, Verständnis und Respekt.“

Weitere Preisträger sind Josef Wißkirchen aus Pulheim (Nordrhein-Westfalen), Shlomit Tripp und ihr Puppentheater Bubales (Berlin), der Förderkreis Synagoge Laufersweiler und Christof Pies (Rheinland-Pfalz), der Verein Treibhaus aus Döbeln (Sachsen) sowie die Geschichtswerkstatt Zeitlupe aus Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).

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