Walleitner kehrt zurück

Offiziell in den Räumen der Landwirtschaftsschule ins Amt eingeführt: Der neue Leiter des Finanzamts Wolfratshausen Max Walleitner (l.) löst Frank-Eddo Blaum (r.) ab.

Er arbeitete an zwei Münchner Finanzämtern, die aufgelöst wurden. Seine berufliche Karriere begann er bei der Grenzpolizei. Auch die gibt es heute nicht mehr. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen begrüßte Paul Alexander König, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Steuern, den neuen Leiter des Finanzamts Wolfratshausen: Max Walleitner. Der neue Chef der Finanzbehörde wurde kürzlich im Rahmen einer Feierstunde nun auch offiziell in sein Amt eingeführt. Walleitner folgt auf Frank-Eddo Blaum, der nun im Ruhestand ist und zwischen seinen Wohnsitzen in Kochel und Portugal hin und her pendelt.

Es kristallisierte sich bei den Grußworten heraus, dass die Wolfratshauser Behörde mit Außenstelle in Bad Tölz auf schwierige Jahre zurückblickt. Blaum leitete das Amt in den vergangenen 15 Jahren und sprach im Speziellen die schwierigen Jahre 1996 bis 2000 an. „Damals haben sich die Steuerklärungen gestapelt“, sagte er. Jährlich seien etwa zehn neue Mitarbeiter eingearbeitet worden. Aber Blaum habe damals einen zuverlässigen Mitarbeiter gehabt, der ihm zur Seite stand: Max Walleitner, damals Blaums Stellvertreter. Nun kehrt Walleitner als Chef der Behörde zurück nach Wolfratshausen. Blaum kritisierte in seiner Abschiedsrede die personelle Ausstattung der Behörde an der Sauerlacher Straße: „Das Amt steht auf Rang 20 von 85 Dienststellen in Bayern, was die Schwierigkeiten der Aufgaben anbelangt. Gleichzeitig auf einem der letzten Plätze was den Personalstand betrifft.“ Hinsichtlich der Personalverteilung sei das eine „ungute Entwicklung“. König lobte Walleitners voriges Engagement beim Finanzamt München V: Das sei mittlerweile Erfolgsmodell auf Bundesebene. Walleitner sitzt für die Grünen im Grasbrunner Gemeinderat, engagiert sich beim Bund Naturschutz. „Er rettet jedes Jahr hunderten von Kröten das Leben“, sagte König. Es sei gut zu wissen, dass sich jemand aus dem Finanzamt so um Kröten kümmert, ergänzte der Vizepäsident des Landesamtes für Steuern mit einem Augenzwinkern. Walleitner selbst gab dann auch seinen Führungsstil vor. Diesen richtet er an zwei Grundprinzipien der buddhistischen Lehre aus. Die Schlagworte: Achtsamkeit und Gelassenheit. „Achtsamkeit bedeutet, dass nicht sofort beurteilt wird, denn vor einer Entscheidung muss genau hingesehen und beobachtet werden.“ In Bezug auf sein zweites buddhistisches Paradigma „Gelassenheit“ sagte Walleitner: „Wenn ein Missstand nicht gelöst werden kann, muss das Beste daraus gemacht werden.“ Diese Fähigkeiten seien den meisten Menschen abhanden gekommen.

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