Rehe im Winterwald

Wanderung führt nah an Wildtiere heran

Verschneite Reiser Alm
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Verschneite Reiser Alm: Beeindruckend, wie nah man den Wildtieren kommen kann.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Lenggries – Der erneute Wintereinbruch vergangene Woche gibt dem Titel unserer Serie „was tun mit den Kindern“ eine neue Bedeutung. Dieses mal führt uns eine Tour in Lenggries zum Wildtiergehege der Reiser Alm.

Los geht es bei der Bergbahn am Brauneck. Der Weg führt links an der Talstation vorbei, an einem Pferdegatter entlang in den Wald. Der starke Schneefall hat die Landschaft erneut in eine Art Winter-Zauberwald verwandelt. Der schwere Schnee lässt Äste tief hängen. Ständig rauscht irgendwo die weiße Pracht von den beladenen Zweigen herab und hinterlässt eine große weiße Wolke. Unter diesen Bäumen sollte sich besser keiner aufhalten. Ganz in der Nähe quiekt eine Wanderin, die von so einer nass-kalten Wolke erwischt wurde. Die Kinder quittierten das Malheur mit Kichern, nachdem klar war – „es war zum Glück nur Schnee“. Danach hofften sie, selbst „eingestaubt“ zu werden.

Der Weg zur Reiser Alm.

Der Weg zur Reiser Alm ist mit einer halben Stunde Wegzeit ausgeschrieben, wir brauchen etwa eine knappe Stunde. Der knöcheltiefe Schnee lädt zum Spielen ein. „Schnee-Monster-Mama“ muss ein ums andere Mal die achtjährige Nele und ihren dreijährigen Bruder Luca mit spaßig-finsterem Blick und ausgeweiteten Armen einfangen und die lachenden Kinder in den Schnee schmeißen. An den Brücken stoppen wir für einen Schneeballwettstreit. Mit Feuereifer legten sich die Kinder ins Zeug, um das herabrauschende Wasser zu treffen. Der Sieger bekommt ein Stück Apfel, denn die Brotzeit gibt es auf der etwa 1,5 Kilometerlangen Strecke erst am Ziel.

Nach den beiden Brücken wird der Weg etwas steiler, ist aber für Kinder gut zu schaffen. Das letzte Stück des Pfades führt direkt entlang des Wildtiergeheges. Mit einem ehrfürchtigem „Mama, schau, da sind die Rehe!“, verkündet Nele die Entdeckung der Tiere am oberen Ende des Geländes.

Das Wildtiergehege mit Blick auf Lenggries.

Leise nähern wir uns kurz vor der Reiser Alm dem Zaun, um das Rotwild nicht aufzuscheuchen. Die fünf Tiere ließen sich durch unsere Ankunft jedoch kaum beirren und knabberten weiter an den Spitzen der Pflanzen, die unter der Schneedecke hervorschauten. „So nah konnten wir Reh und Hirsch noch nie betrachten.“ Die Grundschülerin speichert gleich alle Informationen für den nächsten Heimat- und Sachkunde-Unterricht ab: „Rinde knabbern sie gern. Das nasse Fell steht in alle Richtungen ab und erinnert irgendwie an ein Stachelschwein“, grinst Nele. Auch der kleine Luca ist schwer beeindruckt von den Tieren und wünscht sich nun ein neues Haustier: „Ein Reh natürlich.“

In der Nähe der Coronabedingt geschlossenen Reiser Alm suchen wir ein Plätzchen für unsere Brotzeit. Und wie bestellt, schiebt die Sonne eine kleine Lücke zwischen die dicken Schneewolken, sodass wir kurz das herrliche Panorama mit Blick auf Lenggries genießen können.

In der Reihe..

„Was tun mit den Kindern..?“ begeben wir uns im Landkreis auf Suche nach Beschäftigungsideen für draußen und drinnen.

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