Wasserwacht drängt auf Zeitplan

In die Jahre gekommen ist die Diensthütte der Wasserwacht „Am Schwaiblbach“ am Erholungsgelände Ambach. Doch die Frage nach der Finanzierung eines Neubaus gestaltet sich zäh und schwierig.

Der Wasserwacht steht das Wasser bis zum Hals. Ein Zeitplan zur Errichtung einer neuen Rettungsstation am Erholungsgelände Ambach lässt weiter auf sich warten. Darüber macht sich bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften der Wasserwacht-Ortsgruppe Wolfratshausen, die die Station betreut, Unmut breit. Zu einem klärenden Gespräch zwischen Wasserwachts-Chef Ingo Roeske und „Geldgeber“ Jens Besenthal vom Erholungsflächenverein kam es beim jüngsten „Betreuungsgespräch Erholungsgelände Ambach“ im Münsinger Rathaus nicht: Besenthal blieb fern.

Wie das Gelbe Blatt bereits im April berichtete, gestaltet sich die Finanzierung für einen Neubau äußerst knifflig. 280.000 Euro. So viel würde die neue Wachstation kosten, das ergab ein bereits angefertigtes Gutachten. Mit Eigenleistung ließe sich diese Summe womöglich auf 250.000 Euro reduzieren, schätzt Roeske. Während der Freistaat die Wasserretter „nur“ mit der erforderlichen Technik ausstattet, sprich den Booten oder Fahrzeugen, muss ein Gebäude vom Grundstückseigner getragen werden. Das Hausrecht hat quasi der Erholungsflächenverein München. Gründungsmitglied ist hier der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, „er ist streng genommen der Verwalter des Areals“. Der Verein betonte über dessen Vertreter Besenthal mehrmals, dass in den vier bis fünf Jahren ein Neubau nicht zu stemmen sei, erinnerte beim Betreuungsgespräch Lorenz Meier vom Landratsamt. Das bestritt auch Roeske nicht. Doch brauche er dringend einen Zeitplan, um Planungssicherheit zu schaffen. „Heißt das dann, dass in fünf Jahren mit einem Neubau begonnen werden kann, oder dass wir dann weiter warten müssen.“ Diese Kernfrage stellte Roeske in den Raum, um das eigentliche Problem der Wasserwacht darzustellen. Einen Fürsprecher fand Roeske in Münsings Bürgermeister Michael Grasl. Er erkannte die Notwendigkeit eines Neubaus schon angesicht der Menge an Einsätzen der Wasserwacht: Rund 140 Erste Hilfe-Leistungen in der Station „Am Schwaiblbach“ und 40 größere Einsätze, zu denen immer öfter auch die Schnelleinsatzgruppe ausrückt. Zudem schieben die Wasserwachtler inzwischen auch immer öfter im Winter Dienst, um bei Eiseinbrüchen vor Ort zu sein. Grasl empörte sich darüber, dass der Erholungsflächenverein einfach sage „das geht nicht“. Der Verein müsse schon seinen Beitrag zur Wachstation leisten. Das Landratsamt und die Gemeinde Münsing, so sagte Grasl zu, flankierten jedenfalls die Wasserwacht in ihren Forderungen. Diese gelte es nun in Gesprächen zu unterstreichen. Vielleicht kommt es dann zumindest zu dem ersehnten Zeitplan. Bis dahin zeigt sich Roeske enttäuscht: „Mich einfach so hängen zu lassen, das ist für mich nicht akzeptabel.“

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