Wasserwacht sucht Geld

Dass die Rettungsstation der Wasserwacht erneuert werden muss, ist bekannt. Unklar ist aber, wer dafür wieviel bezahlen soll.

Der Wasserwacht Wolfratshausen steht das Wasser bis zum Hals – zumindest, was die Wasserrettungsstation „Schwaiblbach“ am Erholungsgelände Ambach anbelangt. Die Hütte ist längst in die Jahre gekommen, es bräuchte dringend einen Neubau. Doch wie so oft gestaltet sich die Finanzierung äußerst knifflig.

280.000 Euro. So viel würde die neue Wachstation kosten, das ergab ein bereits angefertigtes Gutachten. Mit Eigenleistung ließe sich diese Summe womöglich auf 250.000 Euro reduzieren, schätzt mit Ingo Roeske der Kreisvorsitzende der Wasserwacht. Seit 2005 ist er die treibende Kraft für das Projekt Neubau. Und daher weiß er um die eigentliche Problematik. Quasi das Hausrecht hat der Erholungsflächenverein München. Gründungsmitglied ist hier der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, „er ist streng genommen der Verwalter des Areals“. Und der Freistaat stattet die Wasserretter „nur“ mit der erforderlichen Technik aus, sprich den Booten oder Fahrzeugen. Das Bayerische Rettungsdienstgesetz schließt aber Räumlichkeiten, also eine neue Diensthütte, nicht mit ein. Bleibt der Landkreis als weitere involvierte Institution. Doch in dessen Kasse herrscht bekanntlich ohnehin Ebbe. Roeske betont, weshalb am Erholungsgelände eine neue Wachstation Kosten in Höhe eines Reihenhauses verursacht. „Mittlerweile schieben wir auch immer öfter zur Winterzeit Dienst.“ Entsprechend müsste die Station wintertauglich sein. Außerdem seien zwei Bootsgaragen nötig, was insbesondere der Erholungsflächenverein bezweifelt. Denn der hat vorwiegend die Badegäste im Sommer im Fokus, für die ein Rettungsboot genüge, fasst Roeske zusammen. Dabei ist die Materie viel komplexer. Denn die Wasserwacht Wolfratshausen ist fester Bestandteil im Katastrophenplan des Landratsamts Starnberg: Für den Fall, dass eines der großen Starnberger Seen-Schiffe havariert. Bis zu 800 Passagiere müssten dann versorgt werden. „Und nur das Erholungsgelände sowie die Wasserwacht Wolfratshausen hat entsprechende Kapazitäten, so viele Menschen zu versorgen.“ Ob des Handlungsbedarfs hat Roeske mittlerweile mit Landrat Josef Niedermaier Kontakt aufgenommen. Und der will nun den Dialog mit dem Erholungsflächenverein suchen. „Entsprechende Gespräche stehen an“, sagte Roeske. Er zeigt sich optimistisch, dass innerhalb der nächsten vier Jahre eine neue Wachstation Am Schwaiblbach gebaut wird. Bis dahin steht für die 80 Aktiven der Wolfratshauser Ortsgruppe das auf der Tagesordnung, was sie mittlerweile gut können: Nach Geldquellen suchen: „Geld zu organisieren, das ist längst der Haupt-Zeitfresser in unserem Ehrenamt“, betonte Roeske. Und er liefert ein Beispiel: Für ihr Schwimmtraining im Ascholdinger Hallenbad zahlte die Wasserwacht früher 500 Euro jährlich Miete. „Heute sind es 1.800 Euro – im Vierteljahr.“ Die muss Roeske für die Ausbildung seiner Wasserwacht-Helfer investieren. Denn nur so lassen sich die vielen Einsätze tatsächlich bewältigen: Rund 140 Erste Hilfe-Leistungen in der Station Am Schwaiblbach und 40 größere Einsätze, zu denen immer öfter auch die Schnelleinsatzgruppe ausrückt.

Meistgelesene Artikel

Tölzer Traditions-Wirtshaus wiedereröffnet
Bad Tölz - Wolfratshausen
Tölzer Traditions-Wirtshaus wiedereröffnet
Tölzer Traditions-Wirtshaus wiedereröffnet
Gaißacher Gemeinderat beschließt einstimmig beim „Gasthof Mühle“ ein to-go-Angebot
Bad Tölz - Wolfratshausen
Gaißacher Gemeinderat beschließt einstimmig beim „Gasthof Mühle“ ein to-go-Angebot
Gaißacher Gemeinderat beschließt einstimmig beim „Gasthof Mühle“ ein to-go-Angebot
Geretsried: Viktoria und Antonello Pedatella wollen Geschäft Ende Juli eröffnen
Bad Tölz - Wolfratshausen
Geretsried: Viktoria und Antonello Pedatella wollen Geschäft Ende Juli eröffnen
Geretsried: Viktoria und Antonello Pedatella wollen Geschäft Ende Juli eröffnen
Starkregen und Hochwasser-Wochenende: Einsatzkräfte sperren Straßen im Tölzer Land
Bad Tölz - Wolfratshausen
Starkregen und Hochwasser-Wochenende: Einsatzkräfte sperren Straßen im Tölzer Land
Starkregen und Hochwasser-Wochenende: Einsatzkräfte sperren Straßen im Tölzer Land

Kommentare