Wenig Wasser: kein Grund zur Sorge

Wasserwirtschaftsamt erklärt die Regulierung bei Niedrigwasser im Sylvensteinspeicher

Blick auf die Faller-Klammbrücke: Anfang vergangener Woche führte der Sylvensteinsee weniger Wasser.
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Blick auf die Faller-Klammbrücke: Anfang vergangener Woche führte der Sylvensteinsee weniger Wasser.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Lenggries/Jachenau – Der Sylvensteinsee hat vergangene Wochen weniger Wasser angestaut: Der Uferbereich der idyllischen Landschaft wirkte da auf so manchen Spaziergänger, Radler und Badegast etwas trostlos und leer.

Laut dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim ist der eineinhalb Meter gesunkene Pegelstand kein Grund zur Besorgnis und ganz „Normal“. Bekanntermaßen erfüllt die wasserrechtliche Bewirtschaftung des Speichers zwei Aufgaben: einerseits die Niedrigwasser-Aufbesserung des Isarabflusses am Krüner Wehr, sowie den Hochwasserschutz für das Isartal und München zu sichern.

Seit Ende Mai sei der Wasserstand nun stetig abgesunken, berichtet Dr. Tobias Lang, der Betriebsbeauftragte für den Sylvensteinspeicher. Daher musste das Wasserwirtschaftsamt Weilheim mehr Wasser aus dem See abgeben, als durch die Zuflüsse Walchen, Dürrach und Rißbach sowie der Isar aus Mittenwald zufließend, eingespeist werden konnte.

Für den Laien mag der gesunkene Pegelstand im Sylvensteinsee um eineinhalb Meter auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken. Für die Wasserexperten ist die Relation aber eher eine verschwindend geringe Menge. „Er darf bis zu 15 Meter absinken“, erklärt Lang.

Unwetter und Niederschlag ausschlaggebend

Das der Pegel stetig schwankt, zeigte sich bereits einige Tage später: „Heute Nacht hat es im oberen Isartal ordentlich gewittert und abgeregnet“, berichtete Lang am Freitag (9. Juli) auf Nachfrage. „Das hat ziemlichen Zufluss gebracht. Der Wasserstand ist hochgegangen und liegt jetzt wieder einen Meter höher als gestern.“ Für den Sylvensteinspeicher sei es ausschlaggebend, wo die Unwetter abregnen und vor allem, ob sie viel Niederschlag mit sich bringen, erklärt der Betriebsbeauftragte weiter.

Ein paar Tage später: Der Sylvensteinsee ist wieder bis zum Uferbereich mit Wasser gefüllt.

Gewitterzellen mit mehr Hagel anstatt Regen sind zwar für die betroffenen Regionen dramatisch, wie jüngst das Stadtgebiet Wolfratshausen und nahe Umland zu spüren bekam. „Diese Zellen haben aber kein Volumen, um den Speicher zu füllen“, sagt Lang. „Sie verwüsten zwar Biergärten und ganze Mais­acker. Der Speicher hustet dabei nicht einmal.“ Dafür brauche es eben niederschlagsreiche und großflächige Unwetter.

Um der Isar genügend Wasser zu geben, reguliert das Wasserwirtschaftsamt den Zufluss am Sylvensteinspeicher: Das Steuerziel beträgt am Pegel Bad Tölz im Sommer 20 Kubikmeter pro Sekunde und im Winter mindestens zehn Kubikmeter an Einspeisung für den Wildfluss, berichtet Lang. Dies sei auch abhängig von den Klimaschwankungen. „Es gibt Jahre, da wissen wir nicht wohin mit dem Wasser und Jahre da ist es trocken.“

So wie etwa im Jahrhundertsommer 2003: „Der Wasserspiegel im Stausee sank um rund zehn Meter ab.“ Ebenso im April 2007, als nach einem sehr niederschlagsarmen Winter die Schneeschmelze ausgeblieben war, sagt Lang, der betont: die eineinhalb Meter der vergangenen Wochen erscheinen dagegen eher „lächerlich“.

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