Reha-Zentrum will erweitern

Wegen Feuerwehrzufahrt und Stellplätzen: Bauausschuss lehnt Antrag zunächst ab

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Hinter dem Kesselhaus soll eine Erweiterung für das Rehazentrums Isarwinkel entstehen. Wegen Fehlern in der Planung lehnte der Bauausschuss einen Vorbescheidsantrag aber zunächst ab.

Bad Tölz – Das Reha-Zentrum Isarwinkel will ordentlich erweitern. Der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss befasste sich schon einmal mit einem Vorbescheidsantrag, lehnte diesen aber vorerst ab, wenngleich das Vorhaben per se durchaus auf Gefallen stoßen würde.

„Der Bauherr will wissen, wie weit eine Bebauung möglich ist“, fasste Stadtbaumeister Hannes Strunz zusammen. Angedacht wäre ein drei- bis viergeschossiges Multifunktionsgebäude für Menschen mit psychischen Erkrankungen hinter dem Kesselhaus. Das bliebe als einziges der Bestandsgebäude erhalten. In dem Neubau würden laut Antrag drei Gruppen mit jeweils acht Bewohnern leben, zudem Mitarbeiterwohnungen entstehen und Verwaltungsräume und eine Kantine Platz finden. Strunz zufolge wäre das Maß der Bebauung durchaus „verträglich“. Der Multifunktionsbau würde auch angesichts des Hangs kaum in Erscheinung treten, zumal er mit einer Wandhöhe von bis zu 13 Metern immer noch unterhalb der Höhe des Neubaus von Real Isarwinkel bleibe.

Probleme sieht der Stadtbaumeister ganz woanders. Er verwies auf die unterschiedliche Nutzung im Karree, „hier haben wir Schulnutzung und Wohnbebauung“. Und: gerade wegen der Schule müsse die Feuerwehrzufahrt frei bleiben, die über den nahen Sportplatz verläuft. Doch genau hier würde der L-förmige Neubau entstehen. „Die Feuerwehr muss zwingend über die Laufbahn fahren“, so Strunz, sprich: „Der Südflügel ist in der geplanten Größe schlicht nicht möglich.“

Zudem machen die Stellplätze Sorgen. „Die reichen gerade so aus, um 3.200 Quadratmeter Geschossfläche zu realisieren“, erklärte der Stadtbaumeister. Der Grundstückseigentümer wolle ohne Tiefgarage auskommen, „wohl aus Kostengründen“, mutmaßte Strunz. Er machte klar, dass schon jetzt bezweifelt wird, dass die Vorgaben der Stellplatzsatzung eingehalten würden.

Vize-Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) erklärte, dass das Vorhaben zur jetzigen Nutzung passe. „Den Architekten verstehe ich aber nicht“, sagte er, denn „an der Feuerwehrzufahrt kommen wir einfach nicht vorbei“. Laut Strunz sei das dem Planer auch kommuniziert worden.

Camilla Plöckl (SPD) kritisierte die knapp bemessenen Stellplätze. „Schon jetzt wird da sehr beengt geparkt“, sagte sie. Und Hannes Strunz unterstrich, dass weiter die Möglichkeit bestehe, „dass eine Tiefgarage gebaut wird“.

SPD-Stadtrat Jürgen Renner indes verwies darauf, dass es bezüglich der Stellplätze schon einen Unterschied mache, ob es sich um Personalwohnungen oder andere Nutzungen handele, „das ist ganz entscheidend“.

Ingo Mehner (CSU) erinnerte an die laut Integriertem Stadtentwicklungskonzept (ISEK) geschützte Hangkante und wollte wissen, welche Abstände da noch gewahrt werden. Strunz zufolge gäbe es einen fünf Meter breiten Abstand zum Wald, „da muss der Bauherr berücksichtigen, dass mal ein Baum fallen kann“. Abstimmungen mit dem Landratsamt würden genauere Details zeigen. „Dann wissen wir, wie weit der Bauwerber genau an den Hang heran bauen kann.“ Michael Lindmair (FWG) fand wie das ganze Gremium Gefallen an dem Vorhaben, „das ist grundsätzlich eine positive Nutzung“. Wegen der überbauten Feuerwehrzufahrt und den Unklarheiten zur Stellplatzsituation lehnte der Bauausschuss den Vorbescheidsantrag zunächst ab. tka

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