Der Welle einen Schritt näher

Landratsamt erteilt wasserrechtliche Genehmigung für Surf-Projekt in Wolfratshausen

Ein Surfer auf dem Weg zur Welle.
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So könnte es bald aussehen, wenn sich Surfer auf den Weg zur künstlichen Welle Nähe der Weidachmühle in Wolfratshausen machen.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Wolfratshausen – Für die geplante künstliche Surfwelle auf dem Loisachkanal an der Weidachmühle stand die wasserrechtliche Genehmigung lange aus.

Doch nun kann das Projekt einen neuen Zwischenerfolg vermelden: Die wasserrechtliche Genehmigung wurde vom Landratsamt auf Grundlage eines umfangreichen Gutachtens des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim erteilt.

Ideale Bedingungen

Am nördlichen Stadtrand von Wolfratshausen neben der B11 befindet sich die Weidachmühle, ein privat betriebenes Kraftwerk. Kurz bevor der Unterwasserkanal des Kraftwerks wieder in die Loisach mündet, fließt das Wasser über eine derzeit natürliche Rampe. Mit der vorhandenen Fallhöhe und dem ausreichenden Wasserabfluss bei Kraftwerksbetrieb bietet diese Stelle ideale Bedingungen, um eine bis zu acht Meter breite Welle zu erschaffen.

Durch den geplanten Einbau einer verstellbaren Stahlkonstruktion kann die Welle in Abhängigkeit von den jeweils vorhandenen Wassermengen variabel eingestellt werden. Damit kann die Qualität und der Schwierigkeitsgrad der Welle derart verändert werden, dass sie je nach Bedarf für Surf-Anfänger und -Fortgeschrittene geeignet ist. Auch eine Nutzung durch Kajakfahrer sollte möglich sein.

Große Freude

Auf eine Rückmeldung zu diesem sehr komplexen Projekt hat Stefanie Kastner, Vereinsvorsitzende von „Surfing Wolfratshausen“ lange gewartet. Ihr Optimismus hat sich nun ausgezahlt: „Wir freuen uns riesig!“, betont Kastner. Diese Freude teilt auch Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Die intensiven Gespräche mit allen Beteiligten der Behörden, aus Naturschutz und Fischerei der vergangenen Jahre haben zum Erfolg geführt. Heilinglechner sagt: „Es wurde uns versichert, dass die Beteiligten nicht grundsätzlich gegen die Surfwelle sind, die sensible Flusslandschaft mit ihrer Flora und Fauna aber nicht beeinträchtigt werden darf.“

Rückblick: Aufgrund der Corona-Pandemie war die Termindurchführung im Sommer 2020 nur eingeschränkt möglich. In einem großen Online-Termin im Mai vergangenen Jahres konnten wichtige Kompromisse gefunden werden, die den Bau und Betrieb der Surfwelle ermöglichen, und gleichzeitig Beeinträchtigungen von Flora und Fauna minimieren. In einem kurz darauf stattfindenden Vorort Termin konnten sich alle Parteien zusammen mit dem Ingenieur- und dem Landschaftsarchitekturbüro, das die naturschutzfachlichen Antragsunterlagen erstellt, nochmals einen Überblick über die tatsächlichen örtlichen Gegebenheiten machen.

Keine Beeinträchtigungen

Dabei standen insbesondere die Anliegen der Fischerei und mögliche Lösungswege im Fokus. In den Auflagen des wasserrechtlichen Bescheides wurden diese Punkte aufgegriffen und im Wesentlichen umgesetzt. Somit ist sichergestellt, dass auch in Niedrigwasserzeiten durch den Betrieb der Surfwelle keine erheblichen negativen Beeinträchtigungen des Gebietes Loisach zu erwarten sind.

In enger Abstimmung mit dem Ingenieurbüro, den Behörden, dem Kraftwerksbetreiber und dem Betreiberverein werden nun die nächsten Schritte erfolgen. Die Auflagen aus dem wasserrechtlichen Bescheid werden in der Ausführungsplanung umgesetzt und in das Betriebskonzept des Vereins Surfing Wolfratshausen übernommen. „Der Verein steht in den Startlöchern, ein detailliertes Betriebskonzept auszuarbeiten und die naturschutzrelevanten Punkte eng mit dem Bezirksfischerei Verein Wolfratshausen abzustimmen“, so Gisela Gleißl, Sachgebietsleitung Tourismus der Stadt Wolfratshausen.

Das Ingenieurbüro startet in die Ausführungsplanung. In diesem Zuge wird auch die Kostenberechnung aus dem Jahr 2019 aktualisiert. Das Gesamtprojektvolumen beträgt knapp 800.000 Euro. Davon wurden von der Stadt Wolfratshausen im Moment bislang bereits etwa 180.000 Euro ausgegeben. Die Ausgaben der Stadt sind laut Beschluss des Stadtrates im Januar 2020 auf 400.000 Euro gedeckelt.

Die weiteren Mittel finanzieren sich aus dem EU Programm Leader in Höhe von rund 270.000 Euro sowie aus Spendengeldern und Crowdfunding Mitteln in Höhe von etwa 130.000 Euro, die durch großes Engagement des Vereins Surfing Wolfratshausen und Mithilfe vieler engagierter Bürger der Stadt Wolfratshausen und darüber hinaus gesammelt wurden. Mit dem Eingang des wasserrechtlichen Bescheides können nun auch die noch nachzureichenden Unterlagen für die Leader Förderung fertig gestellt werden.

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