Parkdruck bleibt bestehen

Zu wenig Stellplätze am Tölzer Schulzentrum: Kreispolitik lehnt Parkdeck ab

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Ein Parkhaus anstelle der Schulcontainer (r.) scheint unwahrscheinlich. Zu teuer käme dieser Neubau.

Bad Tölz – Das Chaos wird so schnell nicht gelichtet: Der Kreisbau- und Kreisschulausschuss konnte sich am Montag nicht auf eine Lösung einigen, um die Stellplatznot am Tölzer Schulzentrum zu lindern. Die Ansätze sind vielfältig, reichen von kleinen Insellösungen bis hin zum Bau eines dreigeschossigen Parkhauses. Und sie alle bedingen etwas, was so manchen Kreisräten gar nicht schmeckt: Nämlich dass noch mehr Verkehr in ein sensibles Gebiet gelenkt würde.

Fakt ist: das Schulzentrum leidet täglich unter einem enormen Parkdruck. Förderschule, Realschule, Gymnasium, FOS/BOS und Berufsschule liegen nah beieinander. Eine Abfrage hat ergeben, dass 540 Stellplätze für Lehrer und Schüler benötigt würden, rechnete Hauptamtsleiter René Beysel vom Landratsamt vor. Maximal erreiche man mitsamt dem Parkdeck aber nur 376 Stellplätze. „Das aber wären dann 60 mehr als aktuell im Bestand sind.“ Bleibt ein Defizit von 164 Stellplätzen. „Aber das löst so schnell keiner“, sagte Beysel.

So richtig gefallen wollte das Maßnahmenpaket aber nicht. Am wenigsten strittig waren die kleinen Ansätze, etwa der Ersatzparkplatz für das marode Tiefgaragengebäude am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium. Das dreigeschossige Parkhaus, zwischen Berufsschule und Sportplatz (wo noch die Schulcontainer stehen), indes sorgte bei Vielen für Kopfschütteln. Schließlich käme es auch ordentlich teuer. Beim Aufrechnen der Kosten stellte CSU-Kreisrat Thomas Holz fest: „Wir zahlen für 60 Parkplätze mehr am Ende fünf Millionen Euro – und nehmen uns sogar Erweiterungsflächen.“ Auch Willi Streicher (SPD) zeigte sich kritisch. „Das ist Flickschusterei und wir verbessern gar nichts.“ Nikolaus Trischberger (CSU) nannte die Planung „wenig zukunftsweisend“ und „armselig“, zögen doch mehr Stellplätze nur mehr Autos an. Auf Anregung von Streicher und Trischberger soll nun abermals über Parkmöglichkeiten außerhalb des Schulzentrums nachgedacht werden, etwa am Eisstadion oder am Bahnhof. Die Kosten für einen möglichen Shuttlebus wird die Verwaltung dazu ermitteln. Ebenso prüft sie die Möglichkeit, ein Parkdeck zu errichten, wo (nur) noch sechs Jahre die Asylbewerberunterkünfte stehen. Auch Landrat Josef Niedermaier hofft auf Ideen im Zuge weiterer Gespräche mit der Stadt Bad Tölz. „Vielleicht muss der Leidensdruck noch steigen, um eine gute Lösung zu finden.“ Und: „Am Ende liegt es auch an privaten Grundstückseigentümern, den Weg frei zu machen“, sagte er mit Blick auf das Tölzer Bahnhofsareal. tka

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