Piloten halten keinen Winterschlaf

In der Werkstatt am Segelflugzentrum in Königsdorf rüsten sich Flieger für die Saison

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Kein Segelflugbetrieb in Königsdorf momentan, trotzdem herrscht dort Hochbetrieb: Momentan werden die Segelflugzeuge für die neue Saison vorbereitet.

Königsdorf – Die Leidenschaft der Piloten am Segelflugzentrum in Königsdorf ist freilich das Gleiten zwischen Himmel und Erde. Da derzeit aber der Winter regiert und die Flugzeuge unten auf dem Boden bleiben, findet dort auch das Vereinsleben statt. Und zwar in der Werkstatt – dort rüsten die Piloten derzeit nämlich ihre Flugzeuge für die kommende Saison.

Segelfliegen ist eine besondere Sportart: Fliegen ohne Motor, nur durch die Kräfte von Sonne und Wolken. Dazu kommt das Betrachten der Welt von oben. Doch dieser Tage befinden sich die Segelflieger auf dem Boden. Genauer: in ihrer Segelflugzeug-Werkstatt in Königsdorf.

„Auch wenn man um diese Jahreszeit eher an Wintersport, als ans Segelfliegen denken mag, laufen die Vorbereitungen für die neue Flugsaison am Segelflugzentrum Königsdorf auf Hochtouren“, berichtet Mathias Schunk, Sprecher des Segelflugvereins Königsdorf.

Wurden vor zwei Wochen noch die Dächer der Flugzeughangars in einer großen gemeinsamen Aktion vom Schnee befreit, um einer möglichen Überlastung vorzubeugen, herrsche nun wieder der normale Wartungsbetrieb in den Werkstätten am Flugplatz, erklärt Schunk.

Gerade das Junioren Team der Königsdorfer, die in der vergangenen Saison die zweite Titelverteidigung in der U 25 Junioren Bundesliga hingelegt haben, sind hierbei besonders aktiv. „Wartungsarbeiten an den Flugzeugen sind zu erledigen und die durch strenge Sicherheitsvorschriften vorgeschriebenen Kontrollen werden durchgeführt“, sagt Schunk weiter. Bis die Saison wieder beginnt, bleibe aber auch Zeit für Schönheitsreparaturen. So polieren die Piloten derzeit auch den Lack ihrer Flugmaschinen. „Denn jede kleine Unebenheit im Lack verschlechtert die Flugeigenschaften und das wollen die erfolgreichen Bundesliga-Piloten vermeiden“, erklärt Schunk. Denn das Ziel sei klar formuliert: „Titelverteidigung.“

Für die Flugschüler findet im Winter auch der Grundlagen Theorieunterricht statt. „Zum Erwerb der Pilotenlizenz gehört neben der praktischen Fliegerei auch jede Menge Theorie über Luftrecht, Navigation, Meteorologie und Flugzeugtechnik“ berichtet Schunk. So werden etwa alle Eventualitäten der Flugpraxis unter dem Titel „Verhalten“ in besonderen Fällen behandelt.

Der persönliche Einsatz vieler Vereinsmitglieder, wie etwa die ehrenamtlichen Flug- und Theorielehrer, tragen dazu bei, den Segelflugsport relativ günstig zu gestalten. „Ein einwöchiger Skiurlaub kostet definitiv weit mehr, als die allermeisten Piloten für ein ganzes Jahr Segelfliegen ausgeben“ sagt Schunk. Dadurch ist gerade der Zuwachs an jugendlichen Nachwuchspiloten in Königsdorf enorm hoch.

Bereits im Alter von 14 Jahren kann die Ausbildung zum Segelflugzeugführer begonnen werden. Interessenten sind recht herzlich willkommen. Jeden Samstag ab 10 Uhr findet der Theorieunterricht für Flugschüler im Vereinsheim statt, im Anschluss daran geht die Werkstattarbeit los. Schunk: „Wie beim Segelfliegen üblich, gibt es auch hier keine Altersgrenzen, hier findet man sowohl den 14-jährigen Schüler, als auch den über 70-jährigen Rentner.“ dwe

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