Habichtgraben: Wasserwirtschaftsamt errichtet Geschiebe-Dosiersperre

Wildbach wird gezähmt

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Derzeit errichtet das Wasserwirtschaftsamt Weilheim eine Geschiebe-Dosiersperre in Lengenwies.

Lengenwies/Eurasburg – Wenn Ende April wieder die kritische Hochwasser-Phase beginnt, werden die Anwohner des Habichtgrabens nicht mehr zittern müssen. Denn der Wildbach wird gezähmt – mittels einer Geschiebe-Dosiersperre.

Seit rund vier Wochen sind Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim dabei, das Bauwerk zu errichten. Das erklärte Peter Gröbl vom Wasserwirtschaftsamt auf Anfrage. Das Bauwerk hat einen Schlitz in der Mitte und ist somit durchlässig. Damit ist garantiert, dass der normale Geschiebetrieb zur Loisach nicht komplett unterbrochen wird. Außerdem besteht dadurch die Möglichkeit, dass die Sperre sich teilweise selbstständig entleeren kann. Das Geschiebe hingegen, das den Bach blockieren und somit zu Überschwemmungen führen könnte, wird durch die Dosiersperre – einer Art großem Rechen mit Stahlprofil – zurückgehalten. Der in Benediktbeuern ansässige Flussmeister wird die Anlage künftig überwachen. Sobald ein Hochwasser droht, wird er sofort ausrücken und, falls nötig, das Geschiebe aus dem Auffangraum beseitigen. Rund 50 Meter oberhalb der Dosiersperre soll zusätzlich eine Sohlestützrampe aus Wasserbausteinen errichtet werden. „Die verhindert eine Erosion des Bodens nach Oberstrom und sorgt für stabile Verhältnisse“, erklärte Gröbl. Ihm zufolge seien noch weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Habichtgraben angedacht. Die Vorplanungen dazu seien bereits abgeschlossen. Mit einer Umsetzung der Pläne rechnet Gröbl allerdings nicht vor 2014. „Die jetzigen Bauarbeiten werden wir heuer wohl nicht mehr abschließen, spätestens im April wollen wir aber fertig sein“, so Gröbl. Denn Ende April beginne die „hochwassergefährliche Zeit“. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 200.000 Euro. Am Oberlauf des nicht ausgebauten Wildbaches haben sich Gröbl zufolge die Verhältnisse mittlerweile stabilisiert. Und das, obwohl kleine Abstützbauwerke zum Großteil zerstört sind. Ein Eingreifen von Menschenhand sei hier aber nicht mehr nötig. dae

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