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Winterschlaf ist vorbei: Deshalb werden Frösche-Helfer im Tölzer Land gesucht

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Von: Daniel Wegscheider

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Froschzäune an der Straße
Freunde der Frösche: Helfer Rudolf Schneider (r.) und Polizeihauptkommissar Tony Lechner zeigen den mobilen Amphibienschutzzaun an der Staatsstraße 2370. Die Sammel-Kisten sind nur dort im Einsatz. © BN

Landkreis – Bald werden die ersten Frösche und Kröten aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern wandern. Daher werden freiwillige Helfer gesucht, die entlang der Straßen die Tiere sicher über die Straße bringen.

Sobald die Nachttemperaturen über fünf Grad am Boden steigen und der Regen einsetzt, geht wieder die alljährliche Frühjahreswanderung der paarungsbereiten Frösche, Kröten und Molche aus den Winterverstecken zu ihren Laichgewässern los. Doch die Reise ist gefährlich. „Sie geraten in Lebensgefahr, wenn sie dabei Straßen überqueren müssen“, berichtet der Bund Naturschutz (BN).

Zwei Frösche in der Hand
Ein Helfer trägt zwei Frösche in der Hand. © BN

Im Landkreis werden deshalb wieder mobile Schutzzäune entlang der Straßen aufgebaut. Hier werden die Amphibien in den nächsten Wochen von ehrenamtlichen Helfern mit Eimern eingesammelt und über die Straße getragen, damit sie ihr Laichgewässer sicher erreichen können.

BN appelliert an Autofahrer Rücksicht auf Mensch und Frosch zu nehmen

Der BN appelliert daher dringend an Autofahrer, Rücksicht zu nehmen – nicht nur auf die Amphibien, sondern auch auf die Helfer am Straßenrand, die mit Leuchtwesten und Lampen ausgerüstet sind. Vor allem in den Abend- aber auch in Morgenstunden sollten Autofahrer besonders vorsichtig fahren und die Geschwindigkeitsbeschränkungen einhalten. Blinklampen und Warnschilder mit Froschsymbol sowie örtlich Tempolimits weisen außerdem auf die Sammelgebiete hin.

Nach Angaben des BN sind aber nicht nur Straßen eine Gefahr für die wandernden Amphibien. Auch Gülle sowie das Walzen der Wiesen gefährde die Tiere, die sich hier tagsüber verstecken. Der BN appelliert daher an alle Landwirte die Wiesenpflege und Gülleausbringung vor den Amphibienzäunen auf die Zeit nach der Wanderung zu verschieben.

Die wichtigsten Amphibienwanderstrecken im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Die wichtigsten Amphibienwanderstrecken im Landkreis mit Betreuung sind: Gut Meilenberg bei Dorfen, Bergkramerhof, Ascholding, Schwaigwall, Haidach, Achmühle, Beuerberg, Sachsenkam, Kochel, Lenggries-Hohenburg, Walchensee Südufer sowie der vom Landesbund für Vogelschutz betreute Zaun bei Moosham.

Gesucht werden noch Helfer für den Seestallweiher an der Staatsstraße 2368 zwischen Dietramszell und Ellbach. Außerdem werden noch Sammler für den Harmatinger Weiher in Egling sowie den Stallauer Weiher zwischen Bad Tölz und Bad Heilbrunn gesucht. Die Helfer sollten einen Abend pro Woche Zeit zum Sammeln haben. Vorkenntnisse sind laut BN nicht notwendig, „nur Freude am Amphibienschutz und eine gewisse Wetterfestigkeit“.

Interessierte Amphibienretter melden sich über die BN-Geschäftsstelle unter Tel: 08171/265 71 oder per E-Mail: bad-toelz@bund-naturschutz.de.

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