„Viele spannende Firmen“

Wirtschaftsförderin Sandra Kern seit zehn Wochen im Amt

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Sandra Kern ist seit gut zehn Wochen als neue Wirtschaftsförderin in Bad Tölz unterwegs. 

Bad Tölz – Neuansiedlung, Suche nach Gewerbeflächen und „Kummerkasten“ für Einzelhändler: Seit gut zehn Wochen ist Sandra kern als neue Wirtschaftsförderin in der Stadt unterwegs. Dem Gelben Blatt verrät sie, welche ersten Erfahrungen sie in Bad Tölz gemacht hat.

Das Gelbe Blatt: Frau Kern, seit zehn Wochen sind Sie nun die Ansprechpartnerin für die Tölzer Unternehmer. Haben Sie sich gut eingelebt und welchen Eindruck haben Sie bislang von der Tölzer Geschäftswelt?

Sandra Kern: Ja, ich bin von allen Seiten offen und herzlich aufgenommen worden und fühle mich sehr wohl in Bad Tölz. Ich habe einen positiven Eindruck gewonnen und entdecke jeden Tag aufs Neue, wie viele tolle und spannende Unternehmen in unterschiedlichen Branchen wir hier in Bad Tölz haben. Von dem vorhandenen Angebot können Städte in vergleichbarer Größe nur träumen, dies gilt es zu erhalten und zu fördern. Im Rahmen des Wirtschaftsfrühstücks im Oktober konnte ich gleich zu Beginn viele Unternehmer kennenlernen und das Veranstaltungskonzept von meinem Vorgänger Falko Wiesenhütter übernehmen.

Wie sieht denn der Arbeitsalltag einer Wirtschaftsförderin aus?

Meine Tage sind oft von Terminen bei oder mit Unternehmern geprägt. Ich freue mich, dass von Anfang an unterschiedliche Anfragen von Seiten der Gewerbetreibenden an mich herangetragen wurden und ich bei vielen Fragen unterstützen oder vermitteln kann. Ich berate hinsichtlich Förderungen, Unternehmensgründungen und zum Thema Ansiedlungsmanagement, unterstütze im Antrags- und Genehmigungsverfahren und bin als City-Managerin natürlich auch viel in der Stadt unterwegs, um möglichst früh mitzubekommen, wenn sich hier Änderungen abzeichnen. Zur gezielten Förderung der Vernetzung innerhalb der Stadt und der umliegenden Region nehme ich an Sitzungen und landkreisweiten Terminen teil und vertrete die Stadt Bad Tölz.

Was ist ihr Eindruck, wo der Schuh am ehesten drückt?

Ich erhalte viele Anfragen von Unternehmen, die Bad Tölz gerne als Standort wählen oder ausbauen möchten. Die Anfragen reichen von kleineren Büroeinheiten bis zu Flächen von 20.000 qm. Hier komme ich mit den vorhandenen Möglichkeiten schnell an Grenzen, denn es gibt wenig verfügbare Gewerbeflächen. Auch die Entwicklungen in der Innenstadt muss man im Auge behalten, auch wenn es momentan noch keine größeren Leerstände gibt. Hier gilt es früh entgegenzuwirken und für eine anhaltende Belebung der Marktstraße (und der Nebenstraßen) zu sorgen.

Welchen Handlungsbedarf erkennen Sie denn dann am ehesten für sich?

Meine Rolle als Wirtschaftsförderin und City-Managerin ist sehr vielfältig, so dass es in den einzelnen Bereichen unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Beim Thema Gewerbeflächen werde ich natürlich zusammen mit meinen Kollegen weiterhin den Kontakt zu Grundstückseigentümern suchen, um mit Bedacht und im Sinne eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes voran zu kommen. Dies ist allerdings ein Thema, bei dem ein längerer Atem nötig ist. Etwas schnellere Erfolge werden wir sicherlich im Bereich City-Management erzielen können. Die Bewerbung von Bad Tölz als Einkaufsstadt, die bessere Anbindung und Integration der Händler an bereits bestehende Veranstaltungen, wie etwa Märkte, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmerverein oder die Entwicklung gemeinsamer Vermarktungsideen sind ein paar Stichpunkte dazu.

Ist bei den ortsansässigen Unternehmern und hier vor allem den Hoteliers das Großprojekt der Hotelansiedlung „Bergeblick“ Thema? Haben Sie es bei ihren Unternehmensbesuchen eher mit Ressentiments zu tun? Oder steht man dem Projekt offen gegenüber?

In meinen bisherigen Gesprächen habe ich nur positive Reaktionen zum Hotelprojekt „Bergeblick“ erhalten.

Sie sagten, Sie haben einige Ideen für neue Projekte parat. Sind da schon welche spruchreif?

Ich sehe mich ja hauptsächlich als Lotse bei individuellen Anfragen und arbeite natürlich auch mit regionalen Netzwerken, wie dem Landratsamt, Kammern, Verbänden und auch den Nachbarkommunen zusammen. Für den 16. Januar lade ich zum Wirtschaftsfrühstück ins Posthotel Kolberbräu ein, das sich als Unternehmer-Veranstaltung bereits etabliert hat und das ich gerne weiterführe. Gerade druckfrisch ist außerdem ein kurzer Informations-Flyer für (Neu-)Unternehmer erschienen, der als Erst-Information dienen und vermitteln soll, welche Art der Unterstützung die Wirtschaftsförderung leistet. Für das erste Quartal ist ein Unternehmens-Newsletter geplant, der dann vierteljährlich an die Unternehmer der Stadt Bad Tölz ausgesendet werden soll. Außerdem werden wir die Wirtschaftsbroschüre neu auflegen. Der Schwerpunkt im Bereich City-Management wird auf das Thema „Einkaufen in der Marktstraße“ gelegt. Dafür soll das Thema in den sozialen Medien aufgegriffen und gezielter als bisher beworben werden. Unsere Wertkarte „DER TÖLZER“ wird im Laufe des Jahres einen neuen Look bekommen und ich bin mir sicher, dass noch viele weitere Projekte in den kommenden Monaten entstehen und freue mich schon sehr auf deren Umsetzung.

Die Fragen stellte Thomas Kapfer-Arrington

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