Kraft des Wohlstands erhalten

Wirtschaftsforum Oberland plädiert für Infrastrukturausbau

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Begrüßte rund 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft: Gastgeber und WFO-Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Krämmel (r.).

Wolfratshausen – Vor 15 Jahren gründete sich das Wirtschaftsforum Oberland (WFO) mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Unternehmen, Verbände und Kammern, der Städte und des Landkreises zu intensivieren und neue Synergien freizusetzen. Beim diesjährigen Neujahrsempfang im Krämmel-Forum stand erneut die Verbesserung der Infrastruktur im Fokus.

Rund 100 Gäste – unter ihnen auch CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, der grüne Landtagsabgeordnete Hans Urban sowie viele Unternehmer, Bürgermeister und Verbandsvertreter – folgten jüngst der Einladung zum Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland (WFO) ins Krämmel-Forum.

Nachdem die Waldramer Tanzlmusi den Abend klangvoll eröffnet hatte, erinnerte Gastgeber Reinhold Krämmel zunächst an die Notwendigkeit des Wirtschaftsforums. „In Anbetracht der immer komplexer werdenden Herausforderungen ist es notwendig, im Gespräch zu bleiben“, betonte der WFO-Aufsichtsratsvorsitzende. Als beispielhafte Zielsetzungen nannte er die Bereitstellung von funktionierenden Verkehrswegen, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Behebung des Fachkräftemangels und eine gesicherte Versorgung durch erneuerbare Energien. Dass es bei der Umsetzung dieser wichtigen Projekte mittlerweile zu großen Verzögerungen kommt, bedauerte Landrat Josef Niedermaier. „Wir machen uns das Leben selbst schwer, wenn es nie zu Entscheidungen kommt“, erklärte er. In einer lebendigen Demokratie sei es zwar normal, dass es Proteste von Minderheiten oder betroffenen Anwohnern gibt. Das Gemeinwohl gerate dabei aber mitunter durch unzählige Erörterungstermine oder Klagen beim Bundesverwaltungsgericht ins Hintertreffen. Mangelndes politisches Engagement des Mittelstands hält Niedermaier deshalb für gefährlich. „Wir als Unternehmer müssen vor allem bei wichtigen Infrastrukturprojekten unsere Stimme erheben“, forderte der Tölzer.

Immerhin sei es zuletzt gelungen, den Takt der Busverbindungen zwischen Wolfratshausen und Bad Tölz deutlich zu verbessern. Ausreichend sei das aber noch lange nicht. Denn noch immer gibt es im Oberland kein einheitliches Tarifsystem. Zudem seien beispielsweise ÖPNV-Fahrten von Miesbach nach Weilheim nur über zeitaufwändige Umwege möglich. Dennoch warnte Niedermaier davor, für den Infrastrukturausbau die Ressourcen der Natur zu opfern. Im Nachbarland Österreich gebe es bereits abschreckende Beispiele.

Am Ende des offiziellen Teils des Neujahrsempfangs richtete Dr. Eberhard Sasse in seiner Funktion als Präsident der IHK für München und Oberbayern noch einen letzten kämpferischen Appell an die Gäste: „Wir müssen uns die Kraft des Wohlstands erhalten!“. Gelegenheiten zum „Netzwerken“ und interessanten Gesprächen ergaben sich abschließend am Buffet des Geretsrieder Catering-Unternehmens Schmid-Bäck‘. Peter Herrmann

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