Wirtschaftspreis für „Rollo Solar Melichar GmbH“ und „Biohotel Schlossgut Oberambach“

Ausgezeichnete Erfolgsgeschichten

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Der Tölzer Bürgermeister und Laudator Josef Janker freut sich mit Hannah, Heide und Roland Melichar sowie Felix Thormann (v.l.) von der Rollo Solar Melichar GmbH aus Bad Tölz über den Wirtschaftspreis 2018.

Königsdorf – Zwei ganz unterschiedliche Unternehmen konnten jüngst den Wirtschaftspreis 2018 des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen in Empfang nehmen: Es sind dies der Tölzer Hersteller von Schwimmbadabdeckungen, die „Rollo Solar Melichar GmbH“ und „Das Biohotel am Starnberger See Schlossgut Oberambach“.

Erfolgreiches Marketing, Nachhaltigkeit, Ausbildung, Innovation, Heimatverbundenheit: Das sind die maßgeblichen Kriterien, nach denen Landrat Josef Niedermaier den 1999 von seinem Vorgänger Manfred Nagler ins Leben gerufenen Wirtschaftspreis zum 19. Mal übergab, diesmal nicht im Tölzer Landratsamt, sondern in den Räumen der Stöger Automation GmbH im Königsdorfer Gewerbegebiet.

Dabei fungierten Lorenz und Elisabeth Stöger nicht nur als gute Gastgeber für die über 200 geladenen Gäste, sondern hatten selbst allen Grund zum Feiern. Nicht nur, dass das inzwischen 95 Mitarbeiter zählende Unternehmen bereits vor 20 Jahren zusammen mit der Kochler Firma Dorst den ersten Wirtschaftspreis erhalten hatte, es konnte heuer nach 2006 zum zweiten Mal im Rahmen des 5. Deutschen Mittelstand Summits in Ludwigsburg die Auszeichnung „TOP 100 Innovator“ aus der Hand des bekannten Fernsehwissenschaftlers und Buchautors Ranga Yogeshwar entgegennehmen. Und noch eine Parallele zum Preisträger Rollo Solar Melichar gab es, auch die Stöger Automation GmbH, die heute weltweit Kunden von Airbus bis ZF betreut, startete als Garagenunternehmen, damals in Königsdorf, erweiterte dann in Geretsried und zog dann wieder nach Königsdorf.

Erfolgsgeschichte in Garage gestartet

In einer Garage in Königsdorf beginnt auch die Erfolgsgeschichte des Unternehmens Rollo Solar Melichar, zu deren Kunden unter anderem Spieler des FC Bayern, das Schloss Elmau und der russische Präsident Wladimir Putin zählen. Damals, im Jahr 1983, machten Heide und ihr Mann Roland Melichar noch alles selbst, von der Produktion bis zur Montage. Heute kann sich auch der Tölzer Bürgermeister Josef Janker, selbst als fast unmittelbarer Nachbar im Tölzer Gewerbegebiet Farchet ansässig und bei der Preisverleihung als Laudator tätig, über ein hochmodernes Firmengebäude auf fast 2900 Quadratmetern mit Konferenzraum, Show-Room, Robotern und Werkstätten nach dem Stand der neuesten Technik freuen. Das Unternehmen zählt inzwischen 62 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende. Pro Jahr wickelt die Firma bis zu 3000 Projekte in Deutschland, Russland, Großbritannien, Finnland, Dänemark und Spanien ab. Ihr Umsatz hat in diesem Jahr ein Rekordhoch erreicht und übersteigt erstmals die 10-Millionen-Marke. Janker sprach von einem Unternehmen als Hidden Champion - in der Region wenig bekannt, doch in Europa und weltweit überaus aktiv.

Trotz schwieriger Marktbedingungen und wachsender Konkurrenz aus dem Ausland wurden nie Arbeitsplätze abgebaut, das Unternehmen ist immer gewachsen. Und auch die Zukunft der Firma ist gesichert, Tochter Hannah wird es einmal übernehmen. Janker: „Für Bad Tölz ist Rollo Solar ein Aushängeschild: ein Global Player aus der Kleinstadt.“

Aus Kuhstall wird ein Bio-Hotel

Als die Familie Schwabe Anfang der Neunzigerjahre ins Schlossgut Oberambach umzog, wartete eine große Aufgabe auf sie. Der vormalige Kuhstall wurde zum Restaurant, der Hühnerstall ein Tagungsraum, der Schweinestall ist ein modern eingerichtetes Foyer. Roland Schwabe wollte das Anwesen, das im Jahr 1476 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ursprünglich nur als Tagungsstätte nutzen, doch schon bald merkte er, dass die Gäste in dem idyllisch gelegenen Schlossgut gerne länger bleiben wollten. So entstand das Hotel, das von Wiesen und Wäldern umgeben ist, mit Blick auf die Alpen und den Starnberger See, der nur zehn Gehminuten entfernt liegt. Doch es ist nicht nur die Abgeschiedenheit und das malerische Ambiente. Einzigartig - das ist einer der Hauptgründe für die Auszeichnung mit dem Wirtschaftspreis - sind die Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit, für die das Unternehmen steht.

Seit 2003 ist das Schlossgut zertifiziertes Mitglied der Bio-Hotels. Bei sämtlichen Umbauten wurden umweltverträgliche Materialien aus der Region verwendet. In den 40 individuell gestalteten Zimmern schlafen die Gäste auf Wunsch ohne Elektrosmog. Die hauseigene Küche kocht ausschließlich mit regionalen Produkten, die meisten davon vom eigenen Gemüsefeld. Die Heizung wird mit Hackschnitzeln betrieben, die größtenteils aus dem eigenen Wald kommen. „Bei uns ist nichts standardisiert“, so Maximilian Schwabe, der das Geschäft zusammen mit seinem Vater führt. Der konnte bei der Preisverleihung leider aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein. Als Laudatorin fungierte Carla Petrone, die Obfrau der BIO Hotels e.V., ebenfalls am Starnberger See tätig. Sie lobte das vielseitige Angebot des Hotels mit Yoga, Ayurveda, die Möglichkeit, dort Hochzeiten zu feiern und Tagungen abzuhalten. Besonders wichtig war ihr aber die „Nachhaltigkeit“, das Schlossgut Oberambach stößt weit weniger Schadstoffe aus als „normale Hotels“. Viele Lebensmittel kommen vom eigenen Garten, auch eigene Bienenvölker liefern Honig für die Bioküche. Dazu komme der notwendige wirtschaftliche Erfolg. Petrone: „Ich gratuliere zu einem soliden Unternehmen.“bo

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