Wohngroßprojekt in Warteschleife

Bebauungsplan für ehemaliges Lorenz-Areal wird neu ausgelegt

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Auf dem etwa 4,2 Hektar großen Gelände der früheren Spielwarenfabrik Lorenz sollen rund 780 Wohnungen und eine Kindertagesstätte entstehen.

Geretsried – Auf einer zwischen der Banater Straße und Elbestraße gelegenen Industriebrache sollen rund 780 neue Wohnungen entstehen. Der Stadtrat hatte den Bebauungsplan zwar schon im März 2019 zur Satzung beschlossen, aber aufgrund einer nachträglichen Kreuzungsvereinbarung im August noch nicht veröffentlicht. Der Ferienausschuss des Stadtrates stimmte nun einer neuen Auslegung im Rathaus zu.

Wie berichtet, verpflichtet sich die Krämmel Wohn- und Gewerbebau GmbH im Durchführungsvertrag 22.400 Quadratmeter Geschossfläche im sozial geförderten Mietwohnungsbau, 17.700 Quadratmeter Geschossfläche als gebundene Mietwohnungen sowie eine Kindertagesstätte zu errichten. Nach der mehrfachen Auslegung des Bebauungsplans hatte das Staatliche Bauamt Weilheim im Frühjahr 2019 gefordert, die nahegelegene Kreuzung zur B11 mit einer Ampel auszustatten. Zudem musste eine Kreuzungsvereinbarung zur Kostenreglung abgeschlossen werden.

„Aufgrund von hoher Auslastung und der notwendigen Abstimmung konnte die Kreuzungsvereinbarung erst im August 2019 abgeschlossen werden“, bedauerte Stadtbaurat Rainer Goldstein im Ferienausschuss. Zudem hat das am Lorenz-Areal angrenzende Unternehmen „Bauer Kompressoren“ weitere Bedenken gegen das Bauvorhaben geäußert und zieht nach wie vor eine Klage in Erwägung.

Aufgrund des zeitlichen Abstands zwischen dem Satzungsbeschluss im März und der Rechtskraft des Bebauungsplans, musste der Ferienausschuss des Stadtrates nun einer erneuten öffentlichen Auslegung zustimmen. „Wir haben in dem Bebauungsplan einen Absatz hinzugefügt, laut dem auf dem Gelände nur Vorhaben zulässig sind, zu denen sich der Vorhabenträger verpflichtet“, erklärte Felix Salazar vom Architektenbüro Kehrbaum.

Außerdem wurden auf Anregung des Landratsamtes redaktionelle Änderungen an der rechtlichen und technischen Ausgestaltung des Bebauungsplans vorgenommen. Bei einer Gegenstimme von Dominik Irmer (Freie Wähler) beauftragte das Gremium die Stadtverwaltung, den Bebauungsplan erneut öffentlich auszulegen – sobald das während der Corona-Krise geschlossene Rathaus wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Peter Herrmann

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