Kein hauptamtlicher Vorstand

Wohnungsbaugenossenschaft Isarwinkel: Bisheriger (ehrenamtlicher) Vorstand bleibt

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Vorstandsvorsitzender Gustav Straubinger (79), hier mit der Stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Meike Hoheisel, kann bei der Wohnungsbaugenossenschaft Isarwinkel eG weitermachen.

Bad Tölz – Das ging voll in die Hosen: dem Aufstand der „Jungen“ bei der Wohnungsbaugenossenschaft Isarwinkel wurde bei der jüngsten Mitgliederversammlung eine klare Absage erteilt. Im 70. Jahr ihres Bestehens wollte der Aufsichtsrat einen hauptamtlichen Vorstandsvorsitzenden durchsetzen, scheiterte aber am Votum von 67 Mitgliedern, die mit deutlicher Mehrheit (56) den bisherigen ehrenamtlichen Vorstand Gustav Straubinger das Vertrauen aussprachen. Sein Herausforderer Thomas Mann (42), in Holzkirchen wohnhaft und bislang Vorstand bei der Lenggrieser Baugenossenschaft, konnte lediglich neun Mitglieder überzeugen, dass die Anforderungen, die künftig an Baugenossenschaften gestellt werden, nicht mehr ehrenamtlich zu meistern seien.

Zu dieser Meinung war in der jüngeren Vergangenheit auch der Aufsichtsrat mit seinem Vorsitzenden Andreas Wiedemann sen. und seiner Stellvertreterin Meike Hoheisel gekommen, der dafür plädierte, die Geschicke der Baugenossenschaft in jüngere und professionelle Hände zu legen. Gedanken dazu machte man sich, nachdem der langjährige Vorstandsvorsitzende Straubinger vor drei Jahren erklärt hatte, er wolle aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 2019 nicht mehr kandidieren. Da er sich aber, obwohl zwischenzeitlich 79 Jahre alt, eine Operation gut überstanden hat, sich wieder fit für die Aufgaben fühlt und auch die entsprechende Satzung der Genossenschaft keine Altersgrenze definitiv vorschreibt, erklärte er im Juni, noch einmal für drei Jahre antreten zu wollen.

Bei der Hauptversammlung im Oktober 2018 waren die Bauleiterin Meike Hoheisel, der Technische Beamte Lutz Kießling sowie Stadtwerkemitarbeiter Tobias Hoch neu in das Kontrollgremium gewählt worden. Hoheisel sagte am Samstag im Namen des verhinderten Aufsichtsratsvorsitzenden Wiedemann, dass die Baugenossenschaft dringend eine Verjüngung brauche, in den vergangenen Jahren keinerlei Neubautätigkeit zu verzeichnen war und dass man künftig auf ein gesundes Wachstum setzen wolle, was nur gemeinsam mit der Stadt Bad Tölz und den Umlandgemeinden möglich sei. Zudem sei, so Hoheisel, angesichts des hohen Alters der Verantwortlichen zu befürchten, dass die Baugenossenschaft über kurz oder lang nicht mehr wie bisher handlungsfähig sei, da auch Gustav Spindler im kommenden Jahr aus Altersgründen aufhören will. „Deshalb haben wir Anzeigen geschaltet, um einen hauptamtlichen Vorstand zu finden“, so Hoheisel: „Mit dem Immobilienkaufmann Thomas Mann aus Holzkirchen, der dann seinen Posten bei der Lenggrieser Baugenossenschaft aufgeben würde, haben wir den geeigneten Kandidaten gefunden.“ Er sei zudem bereit, in Teilzeit (30 Stunden) zu arbeiten, so dass auch die Kosten nicht zu hoch seien, zumal auch der bisherigen Vorstand eine Aufwandsentschädigung und Kilometergeld erhalte, Straubinger zudem eine vergünstigte Zweitwohnung. Bislang hat die Genossenschaft pro Jahr jeweils über 300.000 Euro Gewinn erwirtschaftet, so dass nicht zu befürchten sei, mit dem Umstellung auf hauptamtliche Mitarbeiter in finanzielle Schieflage zu geraten.

Straubinger hatte zuvor in der Versammlung beim Kolberbräu einen Nachfolger für sich in Aussicht gestellt, der im kommenden Jahr in den Ruhestand trete und dann Zeit habe, die Genossenschaft ehrenamtlich weiterzuführen. Nachdem ihm auch vom aktuellen Aufsichtsrat gute Arbeit bescheinigt wurde, ließen die Meinungsäußerungen verschiedener Mitglieder noch vor der Wahl darauf schließen, dass man auch in Zukunft auf die bewährten Kräfte setzen will. Von 67 Wahlberechtigten stimmten dann 56 für den bisherigen Vorstandsvorsitzenden, zwei Zettel waren ungültig. Straubinger, der zuvor von seinen Vorstandskollegen Gustav Spindler und Kurt Schreier Unterstützung erhalten hatte, legte wie immer den Jahresabschluss vor und ließ über die Verwendung des Bilanzgewinns (358.000 Euro) für das Jahr 2018 abstimmen, der auch heuer den Rücklagen zugeführt werden soll.bo

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