Fallende Bäume und „Hoaßnockn“

Ausstellung eröffnet: Wolfratshauser Stadtarchiv zeigt „Wege des Holzes“

Erläuterten die Schautafeln: Gabriele Rüth vom Verein Flößerstraße und Franz Straubinger.
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Erläuterten die Schautafeln: Gabriele Rüth vom Verein Flößerstraße und Franz Straubinger.

Wolfratshausen – Die Wanderausstellung „Wege des Holzes“ gibt im Wolfratshauser Stadtarchiv Einblick zur Nutzung des wichtigen Rohstoffs und dessen Transport.

Bis zum 25. September ist im Stadtarchiv Wolfratshausen die Wanderausstellung „Wege des Holzes – Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt“ zu sehen. Bei der Eröffnung wiesen Vertreter des Vereins Flößerstraße und des Naturparks Karwendel auch auf das gleichnamige grenzübergreifende Interreg-Projekt hin.

Einst war die Holznutzung der wichtigste Wirtschaftszweig der Nordalpen. Ihre Bedeutung geriet jedoch mehr und mehr in Vergessenheit. Grund genug für den Verein Flößerstraße in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Naturpark Karwendel die Wanderausstellung „Wege des Holzes“ in die Flößerstadt zu holen.

Zusammengestellt und konzipiert haben die zehn Tafeln die Leiter des Naturparks Karwendel. „Diese Ausstellung ist klein, aber aufschlussreich“, lobte Gabriele Rüth am Eröffnungstag. Gemeinsam mit dem ehemaligen Naturpark-Projektleiter Franz Straubinger erinnerte die Vorsitzende des Vereins Flößerstraße an das seit 2016 bestehende grenzübergreifende Interreg-Netzwerk „Wege des Holzes“, dem sich etwa das Markus-Wasmeier-Freilichtmuseum in Schliersee und das Tiroler Holzmuseum Wildschönau angeschlossen haben. „Die Standorte der Netzwerkpartner beheimaten nicht nur eine große Artenvielfalt, sondern dienten auch jahrhundertelang als Wasserwege zwischen den waldreichen Gebirgen und den Städten im Inntal und Alpenvorland“, berichtete Straubinger.

So erfahren Besucher auf einigen Tafeln Wissenswertes über die Nutzung von Holz als Bau- und Brennstoff sowie den mühsamen Transport. Denn einst konnten die Stämme aufgrund des steilen Geländes oft nur über reißende Gebirgsbäche und durch Wehre befördert werden. Dabei ließ so mancher Holzknecht sein Leben. Mittlerweile erfolgt der Transport über gut ausgebaute Forststraßen oder Seilbahnen.

Andere Schautafeln gewähren Einblicke in die „Lebensoase Totholz“ oder das karge Leben der Holzer, die sich meist von „Hoaßnockn“ ernährten – einer aus Wasser, Schweineschmalz und Mehl zubereiteten Mahlzeit.

Stadtarchivar Simon Kalleder stellte dem Verein Flößerstraße deshalb gerne einen Ausstellungsraum zur Verfügung. „Nach der Absage von vielen Vorträgen finde ich es gut, dass bei uns zumindest ein bisschen was stattfinden kann“, erklärte er. Er wies darauf hin, dass aufgrund corona-bedingter Vorgaben höchstens sechs Besucher – bei Großfamilien auch mehr – in den Raum hineingelassen werden dürfen. Der informative Katalog zur Ausstellung kostet 1 Euro. Peter Herrmann

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