Kein Wasserspielplatz

Bauausschuss Farchet lehnt Antrag der Grünen ab

Liegt weiter auf dem Trockenen: das Piratenschiff auf dem Spielplatz in Farchet.
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Liegt weiter auf dem Trockenen: das Piratenschiff auf dem Spielplatz in Farchet.

Wolfratshausen – Der Spielplatz neben der Mehrzweckhalle im Stadtteil Farchet wurde in den vergangenen Jahren umfassend saniert und mit einem Piratenschiff aus Holz ausgestattet. Nun beantragte die Stadtratsfraktion der Grünen erfolglos ein Wasserspielgerät.

Vor fünf Jahren forderte eine Mütterinitiative und Stadtrat Dr. Hans Schmidt (Grüne) erstmals eine Umgestaltung des Spielplatzes neben der Mehrzweckhalle. Daraufhin stellte der Stadtrat für die Modernisierung insgesamt 30.000 Euro im Haushalt 2017 ein, baute aber erst Ende 2018 ein Piratenschiff, eine Schaukel und einen Sandbagger auf. Für die Erweiterung mit einem Wasserspielgerät beschloss der Stadtrat, für den Haushalt 2019 nochmals 40.000 Euro einzustellen.

Zuvor galt es jedoch die Anforderungen zu klären: So prüften die Stadtwerke den Anschluss des Wasserspielgerätes über den Brunnen. Das Prüfergebnis des Landratsamtes war ernüchternd: Ein Anschluss über die vorhandenen Leitungen des Brunnens wurde abgelehnt, da für die nötigen Anschlüsse der Brunnenschacht erweitert hätte werden müssen, sowie aufgrund des Leitungsverlaufes Wurzelschäden an den bestehenden Bäumen nicht ausgeschlossen werden konnten. Zudem konnte über den Brunnen nicht die vom Landratsamt empfohlene Trinkwasserqualität gewährleistet werden. Deshalb schlug die Familie Mayr, die die Mütterinitiative einst startete, die Installation eines Spülautomaten im Heizungskeller der Mehrzweckhalle, dessen Leitung durch das Mauerwerk über die querende Zufahrt zum Wasserspielgerät geleitet wird. Da das Rohr im Winter leerlaufen muss, ist ein entsprechendes Gefälle und Absperrarmaturen erforderlich. Die Kosten für den Wasseranschluss schätzte die Familie Mayr auf rund 9.000 Euro.

Wasserspielplatz stößt erneut auf Skepsis

Das zur Prüfung beauftragte Ingenieurbüro, äußerste Bedenken hinsichtlich der Anfälligkeit der Steuerung und Impulsgebung durch das Magnetventil. Wasserschäden im Kellergeschoss und ein Versagen der Spülwasserstation seien nicht auszuschließen.  

Schließlich legte die Familie Mayr im Sommer 2020 einen neuen Vorschlag zur Anbindung an die Mehrzweckhalle vor. Demnach soll eine Pumpe mit Zwangsspülung am Spielplatz vor Ort und nicht mehr über die bisher vorgesehene Spülstation in der Halle stattfinden. Die Kostenschätzung für das noch ausstehende Wasserspielgerät würden sich laut der Familie Mayr auf rund 23.500 Euro belaufen. Für die beiden noch ausstehenden Spielgeräte wurden 5.000 Euro gespendet. Hinzu kommen noch die Kosten der Einfriedung inklusive zwei Bänke mit Tischen in Höhe von 16.000 Euro und die Bepflanzung in Höhe von 2.400 Euro. Insgesamt würden sich die Gesamtkosten damit auf rund 41.900 Euro belaufen.

Im Bauausschuss stieß das Vorhaben auf große Skepsis. So gab Günther Eibl (CSU) zu bedenken, dass die Stadt 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat. „Da können wir kein Trinkwasser verschwenden“, erklärte er. Josef Praller und Peter Ley (beide Bürgervereinigung Wolfratshausen) wiesen darauf hin, dass die Stadt bei einer eventuellen Verschmutzung des Trinkwassers haften würde. Auch Fritz Schnaller (SPD) hält einen Wasserspielplatz angesichts der landschaftlichen Lage von Wolfratshausen, das an zwei Flüssen liegt, für nicht zwingend erforderlich. „Wir müssen nicht jeden Wunsch erfüllen“, stellte er klar. Dass der Bauausschuss den Antrag schließlich mit 8:2-Stimmen ablehnte, bedauerte Dr. Hans Schmidt. „München zum Beispiel hat offensichtlich solche Bedenken nicht und stellt Wasserspielgeräte in großer Anzahl auf: Warum geht so was in Wolfratshausen nicht?“, fragte er sich. Peter Herrmann

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