Einspruch gegen Großprojekt

Altbürgermeister Erich Brockard verzögert Beschluss zur Schulsanierung

Hofften vergeblich auf den Beschluss zum Bau eines neuen Lehrschwimmbeckens
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Hofften vergeblich auf den Beschluss zum Bau eines neuen Lehrschwimmbeckens: die zahlreich zur jüngsten Stadtratssitzung erschienenen Mitglieder des DLRG-Kreisverbands.

Wolfratshausen – Wegen eines „relevanten Einwands“ des Altbürgermeisters Erich Brockard, nahm Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) die millionenschwere Sanierung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg von der Tagesordnung der jüngsten Stadtratssitzung.

Enttäuscht waren vor allem die zahlreich erschienenen Mitglieder des DLRG Kreisverbands Schäftlarn-Wolfratshausen, der sich im Zuge der Schulerweiterung für den Bau eines etwa 3,9 Millionen teuren Lehrschwimmbeckens einsetzt. Bürgermeister Klaus Heilinglechner musste ihnen und den anderen Besuchern der Stadtratssitzung in der Loisachhalle mitteilen, dass ein Einwand zur Schulsanierung noch geprüft werden müsse. Erst am darauffolgenden Donnerstag wurde bekannt, dass Erich Brockard diesen Einspruch erhoben hat.

Der mittlerweile 83-Jährige war von 1966 bis 1978 Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde Weidach und von 1978 bis 1990 Rathauschef der Stadt Wolfratshausen. In einem Brief an Klaus Heilinglechner berief sich Brockard auf den „Eingemeindungsvertrag“, den Weidach und Wolfratshausen aufgrund der Gebietsreform geschlossen hatte. „In diesem Vertrag ist unter anderem festgehalten, dass die Grundschule Weidach mit Schwimmbecken und Turnhalle aufrechtzuerhalten ist. Bezug nehmend auf die Vertragserfüllung darf ich die Stadt auffordern, umgehend das Schwimmbad der Weidacher Grundschule zu sanieren und baldmöglichst wieder in Betrieb zu nehmen“, schrieb Brockard.

Wie berichtet, musste Das Lehrschwimmbecken in der Grundschule Weidach vor vier Jahren wegen großer Mängel geschlossen werden. Eine Sanierung, die etwa 2,5 Millionen Euro kosten würde, lehnte der Stadtrat auch aufgrund des ungeeigneten Schulstandorts Weidach ab. Sollte die Stadt die Forderung von Brockard nicht erfüllen, drohte er Beschwerden beim Landratsamt und der Regierung von Oberbayern an. Ohnehin sei die „Einhaltung“ der „festgeschriebenen Vertragsvereinbarungen“ im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert. Nun prüft das Landratsamt den Einspruch Brockards. Peter Herrmann

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