Alternative zum Großprojekt

Sanierung prüfen: Erweiterung der Hammerschmiedschule soll preiswerter werden

Bedenken gegenüber dem Planungsentwurf: (v.l.) Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Bauamtsleiterin Susanne Leonhard, Thomas Wenig vom Bauamt und Schulentwicklungsreferent Fritz Meixner.
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Bedenken gegenüber dem Planungsentwurf von Alfred Fraas: (v.l.) Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Bauamtsleiterin Susanne Leonhard, Thomas Wenig vom Bauamt und Schulentwicklungsreferent Fritz Meixner.

Wolfratshausen – Bereits Anfang des Jahres lag dem Stadtrat eine Kostenschätzung für die Erweiterung der Hammerschmiedschule vor. Demnach müssten für das Großprojekt rund 60 Millionen Euro investiert werden. Nun stellte die CSU und die Wolfratshauser Liste den Antrag – eine wesentlich günstigere Variante von Stadtrat Alfred Fraas (CSU) zu prüfen.

Neben der in Auftrag gegebenen Planung des Architekturbüros „karlundp“ liegt ein alternativer Entwurf von CSU-Stadtrat Alfred Fraas vor. Der gelernte Holzbau-Ingenieur hat mithilfe seines Sohnes eine 3-D-Präsentation erstellt, die durch eine Schule mit erweiterbarem Holzneubau, Glaspyramide und Turnhalle mit Pausenhof auf dem Dach führt. Seine Kostenschätzung liegt bei rund 24 Millionen Euro.

Zur Vorgeschichte

Fraas hatte sein Konzept bereits im Sommer dem Stadtrat vorgestellt und dann auf dem Internetkanal „youtube“ veröffentlicht, weil sie in der Oktober-Stadtratssitzung zum Thema Einsparungen nicht berücksichtigt wurde. Zur Abstimmung kam es jedoch nicht, weil Altbürgermeister Erich Brockard die Vernachlässigung des Weidacher Schulstandorts juristisch angefochten hat. Daraufhin haben die Fraktionen der CSU und der Wolfratshauser Liste einen Antrag gestellt, den Vorschlag von Fraas prüfen zu lassen.

Die Bedenken

Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) und Schulentwicklungsreferent Fritz Meixner (SPD) zeigten sich bei einem Pressegespräch jedoch skeptisch. „Der Entwurf von Fraas geht von ganz anderen Grundlagen aus. Er beruht nicht auf dem, was bisher beschlossen wurde“, erklärte Meixner. Heilinglechner verwies darauf, dass Fraas nur 28 statt der von „karlundp“ vorgesehenen 36 Klassenzimmer geplant habe. Würde dessen Antrag geprüft werden, müssten die bisherigen Planungen zurückgestellt werden. „Dann müssten wir wieder ganz nach von vorn anfangen“, gab Heilinglechner zu bedenken.

Thomas Wenig vom Bauamt schätzt, dass sich die Fertigstellung des Projekts um mindestens ein Jahr verzögern wurde. Zudem hat die Stadt bereits 700.000 Euro für die vorherigen Planungen ausgegeben. Einsparungsmöglichkeiten würden sich laut Bauamtsleiterin Susanne Leonhard auch durch den von „karlundp“ mittlerweile vorgeschlagenen Verzicht auf die Tiefgarage (2,8 Millionen Euro), dem Lehrschwimmbad (3,9 Millionen Euro) und den Aula-Neubau (2,8 Millionen Euro) ergeben. Außerdem könnten eine alternative Fassade (minus 1,3 Millionen) und eine nur halb geöffnete, unbeheizte Eingangshalle (minus 1,4 Millionen) die Kosten senken.

Eine Entscheidung

CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Plößl beharrt dennoch auf die Prüfung der Fraas-Alternative. „Bei einem Kostenunterschied in zweistelliger Millionenhöhe wäre es geradezu fahrlässig, dieses Konzept ungeprüft zu lassen und einfach abzulehnen“, erklärte er. Über den Antrag der CSU und der Wolfratshauser Liste wird der Stadtrat voraussichtlich in seiner Novembersitzung entscheiden. Peter Herrmann

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