„Entbinden in Wolfratshausen“ informiert werdende Eltern

Hebammen-Film wirbt für Kreisklinik-Geburten

Baby Mutter Hebamme
+
Vergangenes Jahr gab es in der Kreisklinik Wolfratshausen 650 Landkreis-Geburten.

Landkreis – Informationsabende für werdende Mütter sind wichtig, aber in Corona-Zeiten nicht möglich. Um dennoch den Ablauf im Kreißsaal vorab erlebbar zu machen, soll ein Film informieren sowie über gesetzlich vorgeschriebene Themen aufklären.

Die Beleghebammen in der Kreisklinik Wolfratshausen haben eine Idee entwickelt, um den Krankenhaus-Alltag im Kreißsaal während der Corona-Pandemie zu entlasten. Ein informativer Film soll für die Hebammenambulanz und Internetseite der Geburtshilfe Wolfratshausen erstellt werden. Die Informationsveranstaltungen im Krankenhaus waren vor Corona sehr gut besucht“, erklärte Wolfgang Krause, Geschäftsführer im Landratsamt, jüngst im Kreisausschuss.

Die Idee zum Aufklärungs- und Informationsfilm, der über den Ablauf einer Geburt informiert, ist nicht neu – andere Landkreise wie Weilheim-Schongau haben dieses Angebot bereits. Deshalb wirbt Hebamme Martina Winkler umso mehr dafür, sie spricht im Namen der Beleghebammen der geburtshilflichen Außenstelle Wolfratshausen des Klinikums Starnbergs. Neben der Werbung würde insbesondere die Aufklärung über wichtige gesetzliche vorgeschriebene Themen verbessert. Die werdenden Mütter werden „ausführlich und qualitativ hochwertig vorinformiert, bevor das persönliche Gespräch mit der Hebamme stattfindet“, schreibt Winkler in ihrem Antrag an den Landkreis.

Rückblick: Seit 2018 gibt es die staatliche Richtlinie zur Förderung der Geburtshilfe in Bayern, „um die Hebammen-Versorgung und Wochenbettbetreuung zu unterstützen“, erklärte Krause. Gefördert wird das Programm mit 40 Euro pro Geburt. Damit stehen dem Landkreis voraussichtlich rund 26.000 Euro zur Verfügung. Die Summe ergibt sich aus den Geburtenzahlen von 2019, in dem 650 Landkreis-Babys im Krankenhaus Wolfratshausen das Licht der Welt erblickten.

Bezüglich dieses Förderprogramms hat der Kreistag damals entschieden, „dass die Gelder unmittelbar den Hebammen, die in der Wochenbettbetreuung tätig sind, zugute kommen“, berichtete Krause. So haben vergangenes Jahr Hebammen, die mindestens 25 Mütter im Wochenbett betreut haben, 2.200 Euro Unterstützung vom Landkreis erhalten.

Der förderfähige Imagefilm kostet laut Antrag nun 8.000 Euro. Allerdings stehe nach Abzug der Fördersumme den Hebammen, die in der Wochenbett-Betreuung tätig sind, dann weniger Geld zur Verfügung“, erklärte Krause weiter. Die Reduzierung belaufe sich dabei auf etwa 700 Euro.

Ingo Mehner (CSU) beschäftigte bei der Abstimmung die Frage, ob sich die Hebammen bewusst seien, dass das Filmprojekt „zu ihren eigenen finanziellen Lasten geht?“ Krause antwortete: „Es ist ein Einschnitt. Aber nicht alle Hebammen bei uns im Landkreis sind in der Wochenbett-Betreuung tätig, und bislang in den Genuss der Fördermittel gekommen.“

ÖDP-Kreisrätin Monika Achermann-Weinert kennt die Antragstellerin und Hebamme Martina Winkler, da sie beide Kolleginnen sind. „Wochenbett-Betreuung ist wichtig, aber genauso die Geburtshilfe“, sagte sie. „Ich bin froh, dass wir sie gerettet haben.“ Zur Zeit steigen die Geburten wieder, weiß Achermann-Weinert: „Deshalb brauchen die Hebammen Unterstützung“, da sie derzeit nicht für sich werben können. „Denn die Informationsveranstaltungen sind auch Werbung für die Kreisklinik Wolfratshausen“, sagte sie und betonte: „Die Geburtshilfe ist dabei ein Aushängeschild.“ Beim Gespräch mit einer Hebamme, teilte diese der ÖDP-Kreisrätin mit, dass die Wochenbett-Hebammen die Förderung schätzen, aber der Geldbetrag jetzt nicht über ihre Existenz entscheide. Der Hebammen-Film soll bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. Daniel Wegscheider

Auch interessant

Kommentare