Sex und Opferstock-Raub

Hader präsentiert Ausschnitte aus seinem neuen Programm

Kabarettist Josef Hader in der Wolfratshauser Loisachhalle
+
Führte irrwitzige Monologe: der österreichische Kabarettist Josef Hader bei seinem Auftritt in der Wolfratshauser Loisachhalle.

Wolfratshausen – Nur 200 statt 700 Besucher waren am Samstagabend in der Loisachhalle beim Auftritt des österreichischen Kabarettisten Josef Hader zugelassen. Dennoch war der vom Kulturverein Isar-Loisach veranstaltete Abend ein voller Erfolg.

Denn viele Besucher gingen davon aus, dass der 58-Jährige wie schon 2018 in der Loisachhalle einen Best-of-Mix seiner bisherigen Programme präsentieren wird. Doch Hader probierte aus, wie Teile seines neuen noch nicht ganz fertiggestellten Programms „Hader on Ice“ beim Publikum ankommen. Ein Konzept, das voll aufging. Sei es die Anekdoten mit seinem Freund Fanni, der aufgrund seiner finanziellen Notlage einen Opferstock in der Kirche aufgebrochen hat, wüste Besäufnisse mit seinem Alter Ego Wolf oder Slow Sex zwischen einem Herren in fortgeschrittenen Alter und einer jungen Liebhaberin – der Österreicher schaffte das Kunststück, selbst bei klischeebehafteten Themen immer witzig zu bleiben. „Im Alter von 75 Jahren kann man sich dann endlich Heroin spritzen ohne aufzufallen, weil alle denken es wäre eine Insulinspritze“, sinnierte der gebürtige Oberösterreicher. Am Ende des fast zweistündigen Auftritts setzte sich der auch als Filmregisseur und Schauspieler bekannte Künstler dann ans Klavier und präsentierte eine schaurig-schöne Coverversion des Tom-Waits-Klassikers „In the neighborhood“. Dabei versetzte er den amerikanischen Schauplatz in das Wiener Stadtviertel Ottakring, wo grantige Rentner über die dort lebenden Türken herziehen. Nach den stehenden Ovationen des Publikums verabschiedete sich Hader mit einem Herbstlied-Rausschmeißer: „Da Wind jagt uns immer weita/So wie im Herbst des Laub/ Wir glauben wir werden viel gscheiter/Und san so leis wia Staub“. ph

Auch interessant

Kommentare