Mit dem Wittelsbacher in Afrika

Regisseur Max Kronawitter folgt Entwicklungshelfer Prinz Ludwig von Bayern

Berichtete über eindrucksvolle Dreharbeiten in Kenia: Dokumentarfilmer Max Kronawitter.
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Berichtete über eindrucksvolle Dreharbeiten in Kenia: Dokumentarfilmer Max Kronawitter.

Wolfratshausen – Vor einem Jahr entstand der Dokumentarfilm „Prinz Ludwig von Bayern – ein Wittelsbacher kämpft für Afrika“.

Was der in Berg bei Eurasburg lebende Regisseur Max Kronawitter bei den Dreharbeiten erlebte, schilderte er jüngst im Pfarrheim der Stadtkirche St. Andreas.

20 Besucher folgten der Einladung des katholischen Kreisbildungswerks und der Stadtkirche Wolfratshausen. „Veranstaltungen der Erwachsenenbildung dürfen unter dem gegebenen Hygienekonzept auch im November stattfinden“, stellte Herbert Konrad vorab klar. Der für das katholische Bildungswerk tätige Pastoralreferent lud zu einem „Blick über den Tellerrand“ ein.

Denn der von Max Kronawitter porträtierte Ludwig Prinz von Bayern entspricht zunächst nicht dem Bild, das sich die Öffentlichkeit von einem adeligen Wittelsbacher erwartet. Als der Ururenkel des letzten Königs von Bayern (Ludwig III.) im Alter von 32 Jahren begann, in der kenianischen Wüste Computerkurse anzubieten, gab es viele Skeptiker. Mittlerweile hat er dort den Aufbau von Schulen maßgeblich unterstützt. Studenten seiner Akademie haben eigene Computer-Unternehmen gegründet und können so Geld für ihren Lebensunterhalt verdienen. „Ich bin immer auf der Suche nach Menschen, die interessant sind und etwas Positives machen“, erklärte der Filmemacher Kronawitter.

Aus drei Tagen wurden zwei Wochen

Dennoch bedurfte es einiger Ausdauer, um die Redaktionsleitung des Bayerischen Rundfunks von seinem Projekt zu überzeugen. „Mir wurde dann vorgeschlagen, dass ich drei Tage in Afrika drehen durfte“, berichtete Kronawitter. Dieser Zeitraum war ihm deutlich zu kurz. Er beschloss, zusammen mit einem Kameramann zwei Wochen zu bleiben. Der Prinz sei zunächst erstaunt gewesen, dass der Bayerische Rundfunk mit so einem kleinen Team und bescheidenem Equipment anreist.

Doch die anfänglichen Vorbehalte seien schnell verschwunden. Kronawitter begleitete Ludwig von Bayern in entlegene Dörfer, erlebte Reifenpannen und schweißtreibende Verlegungen von Wasserleitungen. „Ich war zutiefst beeindruckt von dieser Person, die Abstand von der privilegierten Welt nahm und Tag und Nacht für sein Projekt gearbeitet hat“, sagte Kronawitter.

In Jogginghose und auf Galaveranstaltungen

Die Filmszenen, die der Eurasburger Regisseur in München aufgenommen hatte, wirkten dagegen wie ein scharfer Kontrast: Empfänge bei Charity-Veranstaltungen, der Schlosspark von Nymphenburg oder ein Gang über die mondäne Ludwigstraße.

Am Ende begleitete Kronawitter den Prinzen auch bei einem 100 Kilometer langen Benefiz-Marsch. Dabei spendeten Freunde, Bekannte und Familien für jeden zurückgelegten Kilometer einen Betrag für sein afrikanisches Ausbildungsprojekt.

„Und was passiert, wenn sich der Prinz aus Afrika zurückzieht?“, fragte sich eine Besucherin des Filmabends besorgt. Kronawitter beruhigte sie. „Das Projekt ist ihm so ans Herz gewachsen, dass er es nie mehr aus den Augen lässt“, ist sich der Filmemacher sicher. Peter Herrmann

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