Stadt-Bürgermeister haben entschieden

Wolfratshausen sagt seinen Christkindlmarkt ab - Geretsried prüft Alternative

Der Christkindlmarkt Wolfratshausen war vor Corona stets gut besucht
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Der Christkindlmarkt Wolfratshausen war vor Corona stets gut besucht (Archiv).

Landkreis - Die Bürgermeister, der drei Landkreis-Städte Bad Tölz, Wolfratshausen und Geretsried haben entschieden - heuer keinen klassischen Christkindlmarkt stattfinden zu lassen.

Dampfende Glühweinkessel, brutzelnde Bratwürste und leuchtende Weihnachtsstandbuden, die sich dicht aneinander Reihen – wird es heuer nicht geben. Die Bürgermeister der 21 Landkreiskommunen haben aufgrund der steigenden Inzidenzen am Dienstag beschlossen – die hiesigen Christkindlmärkte nicht im üblichen Format abzuhalten. Bad Tölz und Wolfratshausen haben gleich abgewunken; in Geretsried wird derzeit eine Alternative geprüft.

Wie berichtet, hat als erstes die Kreisstadt Bad Tölz seinen Christkindlmarkt auf der Marktstraße abgesagt. Auch Wolfratshausen streicht seinen fürs erste Adventswochenende angesetzten Christkindlmarkt. Allerdings soll dieser durch einen verkaufsoffenen Sonntag am 28. November ersetzt werden. Zudem wird an der alten Floßlände eine Eisfläche vom 28. November bis 9. Januar 2022 aufgebaut.

Wolfratshausen hält an Eiszeit fest

„Viele Kinder und Familien freuen sich bereits auf das Eislaufvergnügen: Die Stadt Wolfratshausen wird deshalb an der Durchführung der Eiszeit festhalten“, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Er verwies darauf, dass gerade Kinder und Jugendliche sehr unter Lockdowns und Corona-bedingten Einschränkungen gelitten haben. „Deshalb möchten wir ihnen trotz der schwierigen Corona-Lage ein bisschen Normalität und Spaß an der Vorweihnachtszeit ermöglichen“, betonte der Rathauschef weiter.

Um das Ansteckungsrisiko, soweit als möglich reduzieren zu können, wird der Zugang für Schüler bis 18 Jahre nach 3G-Regeln und für Bürger über 18 Jahre nach 2G-Regeln gewährt. Im Innenbereich der Eiszeit werden zusätzliche Verkaufsbuden aufgestellt, um einen „kleinen Charakter eines Weihnachtsmarktes“ herzustellen.

Wie schon im Vorjahr abgesagt ist dagegen der traditionelle Christkindlmarkt auf der Marktstraße. „Die steigenden Inzidenz­werte in der Region erfordern ein Umdenken der Christkindlmärkte in ihrer gewohnten Form“, stellte Heilinglechner klar. Eine Zugangskontrolle für Besucher des Christkindlmarktes im herkömmlichen Stil sei nicht durchführbar.

Nach Rücksprache mit dem Werbekreis Einkaufstadt Wolfratshausen bleibt es jedoch am 28. November bei der Durchführung des geplanten Marktsonntages. Hierfür wird am Marienplatz für die Zeit von 8 bis 16 Uhr ein sehr kleiner Adventsmarkt mit wenigen Buden aufgebaut. Die Geschäfte haben an diesem Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet. „Die angespannte Situation auf den Intensivstationen in den Kliniken im Landkreis und in der Region erfordern noch größere Sorgfalt im Umgang mit der Pandemie und die Solidarität der Gesellschaft“, bekräftigte Heilinglechner.

Geretsried plant kleinere Weihnachtsmarktvariante

Wie in den Städten Bad Tölz und Wolfratshausen wird es auch in Geretsried dieses Jahr keinen klassischen Christkindlmarkt geben, der für das zweite Adventswochenende (Freitag, 3. bis Sonntag, 5. Dezember) geplant war. Dafür ist auf dem Festplatz am Eisstadion eine „Waldweihnacht“ geplant – also eine abgespeckte Version des großen Marktes, der vor Corona auf dem Karl-Leder-Platz stattgefunden hatte.

Sicher entschieden war die „Waldweihnacht“ bis zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht. Laut Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller trafen sich am Donnerstagabend dazu Stadtverwaltung und Händlervereinigung, um die Details zu besprechen, und dann eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Sicher dagegen ist: Wird die „Waldweihnacht“ durchgeführt, gilt ein strenges mit dem Landratsamt abgestimmtes Hygienekonzept. Heißt: 2G-Regel und das Gelände wird komplett eingezäunt. Müller dazu: „Nur mit klaren Regeln ist ein sauberes Angebot für die Sicherheit möglich.“ Daher werde am Eingang konsequent der Impfstatus kontrolliert – nur Geimpfte und Genesene dürften somit den kleinen Markt betreten. Bei allem Verständnis für die derzeitige Situation ist Müller aber auch der Meinung: Es müsse für Geimpfte innerhalb der Bevölkerung, „die sich an die Regeln halten, auch etwas angeboten werden“.

Daniel Wegscheider und Peter Herrmann

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