Joint an minderjährigen Schüler gegeben

Vorbestrafter 31-Jähriger bekommt Bewährungsstrafe aufgebrummt

Joint rauchen
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Schüler wird von der Polizei am Sportplatz mit einem Joint erwischt.

Wolfratshausen – Wegen der unerlaubten Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige musste sich nun ein 31-jähriger Fliesenleger vor dem Schöffengericht verantworten.

Der Angeklagte räumte ein, am 11. September 2019 einen Joint an einen damals 17-jährigen Schüler weitergereicht zu haben.

Nach einer abendlichen Routinekontrolle an der alten Floßlände in Wolfratshausen wollten Polizisten vergangenes Jahr schon in ihren vor einem Jugendzentrum parkenden Einsatzwagen steigen. Der Geruch von Marihuana ließ sie dann doch umkehren und führte sie zu einem wenige Meter entfernten Sportplatz. Dort hatte der 31-jährige Angeklagte gerade einen glimmenden Joint an einen 17-jährigen Teenager übergeben.

Nach einem Zug warf dieser das Beweisstück weg, „Mein Mandant räumt den Sachverhalt ein“, erklärte Rechtsanwältin Christina Keil. „Er wusste aber nicht, wie alt der andere war“, gab sie zu bedenken. Der Teenager, der mittlerweile volljährig ist, erschien als Zeuge vor Gericht und gab zu, den Angeklagten flüchtig zu kennen. Wichtiger aber war für Richter Helmut Berger die Tatsache, dass der Schüler jünger als 18 Jahre aussah, und somit schon vor einem Jahr deutlich als Minderjähriger zu erkennen gewesen sei. Die Staatsanwältin gab ihm recht, zumal „sich der Angeklagte in der Nähe eines Jugendzentrums aufhielt und dort eben vorwiegend mit Jugendlichen zu rechnen sei“.

Weil der 31-Jährige im Februar 2020 das Kontaktverbot zu seiner Ex-Freundin missachtet hatte und wegen Nachstellung sowie Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 4.800 Euro verurteilt wurde, konnte nun zusammen mit dem BTM-Vergehen eine Gesamtstrafe gebildet werden.

Die Staatsanwältin forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die aber auf Bewährung ausgesetzt werden könne. Rechtsanwältin Christina Keil hielt eine achtmonatige Bewährungsstrafe für angemessen, zumal die anderen fünf Vorstrafen ihres Mandanten nicht einschlägig waren.

Richter Helmut Berger sprach in dem minderschweren Fall eine einjährige Bewährungsstrafe und zwei Auflagen aus. So muss der Wolfratshauser 1.500 Euro an die Caritas Suchtberatung zahlen und an drei Caritas-Beratungsgesprächen zur Erstellung eines Therapieplans teilnehmen. „Ich versuche nun, brav zu bleiben“, versprach der Verurteilte. Peter Herrmann

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