„Politische Überlebenskämpfer“

Simon Roloff übernimmt Vorsitz des FDP-Kreisverbands – Mehr Mitglieder

neugewählter Vorstand des FDP-Kreisverbands Wolfratshausen
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Der neugewählte Vorstand des FDP-Kreisverbands: (v. l.) die beiden stellvertretende Vorsitzenden Edmund Häner und Dagmar Reuter, Schriftführer Torsten Mohr, Vorsitzender Simon Roloff, Dr. Patrick Lechner (Stellvertretender Vorsitzender) und Schatzmeister Christian Bertl.

Wolfratshausen – Zweieinhalb Jahre führte Fritz Haugg den FDP-Kreisverband. Nun übergab er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen in jüngere Hände. Bei den Neuwahlen im Wirtshaus Flößerei bestimmten die Mitglieder einstimmig Simon Roloff zu seinem Nachfolger.

Der 18-Jährige Simon Roloff lebt in Bichl und engagierte sich zudem als Zweiter Vorsitzender der Jungen Liberalen Oberbayern. Unterstützt wird er von seinen Stellvertretern Dr. Patrick Lechner, Dagmar Reuter und Edmund Häner sowie Schatzmeister Christian Bertl und Schriftführer Torsten Mohr. Die Kasse prüfen Lothar Bily und Fritz Haugg.

Haugg blickte zufrieden auf seine Amtszeit zurück. So stieg die Mitgliederzahl des Kreisverbands von 50 auf zwischenzeitlich 65, sank aber im ersten Halbjahr 2020 wieder auf 57. Den Corona-Lockdown nutzte der Kreisverband unter anderem zur Veranstaltung von virtuellen Stammtischen. „Das hat sich bewährt und wird sicher fortgesetzt“, kündigte Haugg an. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt konnte der 50-Jährige sein Amt als Kreisvorsitzender nur eingeschränkt fortführen.

Umso mehr freute sich Haugg, dass nun der dynamische Jungspund Simon Roloff Verantwortung übernimmt. „Wir wissen, wie man von unten nach oben kommt und sind politische Überlebenskämpfer“, gab sich der 18-Jährige zuversichtlich.

In Zukunft käme es darauf an, im Landkreis noch präsenter zu werden. Im Kreistag vertritt derzeit nur Nachrücker Edmund Häner die Interessen der Partei und muss sich dort in einer Ausschussgemeinschaft obendrein mit der ÖDP, den Freien Unabhängigen Wählern und der Bayernpartei abstimmen. „Das funktioniert bisher ganz gut“, berichtete der 45-Jährige.

Auch die Fraktionsgemeinschaft mit den Freien Wählern im Geretsrieder Stadtrat bewertete Häner positiv. Seinen Anfang Oktober zurückgezogenen Antrag, mit dem er die Veröffentlichung von Stadtrats-Informationen im Bürgerinformationssystem durchsetzen wollte, hat er mittlerweile überarbeitet. „Ich werde es noch mal probieren“, sagte Häner.

Als Einzelkämpfer muss sich auch Dr. Patrick Lechner im Wolfratshauser Stadtrat beweisen. Aktuelle Rückschläge wie der aufgrund eines Einwands von Altbürgermeister Erich Brockard zurückgestellte Tagesordnungspunkt zur millionenschweren Sanierung der Mittelschule und der Errichtung eines Lehrschwimmbeckens (siehe Seite 6) ärgern ihn. „Mich hätte es gefreut, wenn wir einen Beschluss gefasst hätten“, erklärte Lechner.

Vor den zügig durchgezogenen Wahlen empfahl der ehemalige Geretsrieder FDP-Kreisrat Günther Fuhrmann, das Thema Inklusion nicht aus den Augen zu verlieren. Vor allem die Barrierefreiheit könne von jeder der 21 Gemeinden im Landkreis leicht und ohne großen finanziellen Aufwand verwirklicht werden. Abgesenkte Bordsteine, die Beseitigung von Treppen oder die Einrichtung von Behindertenparkplätzen hält Führmann für unabdingbar. Peter Herrmann

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