Spontane Musiker

Stadtkapelle gibt überraschendes Konzert vor Maibaum

War auch am anderen Loisachufer noch gut zu hören: die Stadtkapelle Wolfratshausen.
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War auch am anderen Loisachufer noch gut zu hören: die Stadtkapelle Wolfratshausen.

Wolfratshausen – Ein Überraschungskonzert gab es am Mittwochabend an der alten Floßlände in Wolfratshausen. Die Stadtkapelle spielte unangekündigt.

Seit Juni veranstaltet das Kulturamt der Stadt sogenannte Pop-up-Konzerte, bei denen der Auftrittsort zuvor nicht angegeben wird. Nun bereicherte die Stadtkapelle Wolfratshausen dieses kostenlose Angebot.

Traditionelle Volksmusik war am frühen Mittwochabend vor dem Maibaum an der alten Floßlände zu hören. Das städtische Kulturamt hatte die Stadtkapelle um ein sogenanntes Pop-up-Konzert gebeten. Dabei wird der Auftrittsort aufgrund der immer noch bestehenden Corona-Vorgaben zunächst geheim gehalten, um größere Menschenansammlungen und die Missachtung von Sicherheitsabständen zu vermeiden. Dies klappte auf dem weitläufigen Areal – wie schon vor zwei Wochen beim Konzert der Jugendkapelle – hervorragend.

Diszipliniert reihten sich Passanten und Radfahrer um die rund 20 musizierenden Damen und Herren der Stadtkapelle. Da die am Nachmittag noch stark wehenden Windböen nachgelassen hatten, blieben auch die Notenblätter in den Ständern haften. Bekannte Stücke wie „Die Regimentsparade“, „Die Vogelwiese“, „Zum Weinen schön“ oder „Sommernacht in Prag“ konnten somit fehlerfrei und in der angemessenen Lautstärke gespielt werden.

Das eigentlich vorgesehene Zeitbudget von 30 Minuten war demnach schnell erreicht. Um Zugaben mussten die applaudierenden Besucher die Stadtkapelle nicht lange bitten. Mit dem „Böhmischen Traum“ endete ein Überraschungskonzert, bei dem eigentlich nur eine zünftige Brotzeit und Bier fehlten. Der Konsum von Alkohol ist an der alten Floßlände aufgrund der städtischen Grünanlagensatzung jedoch verboten.

Die städtische Kulturamtsleiterin Marlene Schretzenmaier verwies am Rande des Konzertes aber auf Ausnahmegenehmigungen und deutete vorsichtig an, dass sie über die Errichtung eines Kulturstandes nach Münchner Vorbild nachdenkt. Dies bleibe jedoch aufgrund der schwer einzuschätzenden Entwicklung der Corona-Pandemie vorerst noch eine Zukunftsvision.

Die positive Resonanz und das vorbildliche Verhalten der Zuhörer bei den kostenlosen Pop-up-Konzerten dürften aber schlagkräftige Argumente für die Durchsetzung dieses Vorhabens sein. „Toll, dass unser Angebot von den Menschen so gut angenommen wird“, freute sich Schretzenmaier. Ob die Pop-up-Konzertreihe im Herbst fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Peter Herrmann

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