Ja zu Kleinwohnformen

Stadtrat fasst Grundsatzbeschluss zur Niederlassung von „Tiny Houses“ 

Thorsten Thane
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Thorsten Thane engagiert sich für die Errichtung von Tiny Houses in Wolfratshausen.

Wolfratshausen – Im Januar übergab Thorsten Thane eine Liste mit 228 Unterschriften an Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Die Zulässigkeit des folgenden Bürgerantrags zur Etablierung mobiler Kleinformen stellte der Stadtrat schon im Februar fest. Nun folgte ein Grundsatzbeschluss.

„Durch die Mobilität und eine Installation der Wohneinheiten ohne Bodenversiegelung sind mobile Kleinwohnformen auch über kürzere Zeiträume als eine herkömmliche Immobilie an einem Standort nutzbar. Wir würden es daher begrüßen, wenn Eigentümer von ungenutztem Bauland wie Enkelgrundstücken oder großen Gärten dieses für mobile Kleinwohnformen zur Pacht auf beispielsweise zehn oder 15 Jahre zur Verfügung stellen würden“, erklärte Thorsten Thane in seinem Antrag.

Der Vorsitzende des Vereins „Einfach gemeinsam leben“ sieht mobile Kleinwohnformen nicht in Konkurrenz zu dringend benötigten hochgebauten Wohneinheiten, sondern als einen weiteren Lösungsansatz im Bereich der Wohnproblematik und als guten Weg, um soziale Anknüpfungspunkte zu schaffen.

Der Stadtrat fasste zwar den Grundsatzbeschluss, die Wohnform allgemein anzuerkennen. Eine wesentliche Forderung des Antrags fehlt nun jedoch: „Der vorgetragene Wunsch an die Stadtverwaltung, aktiv auf Grundstücksbesitzer zuzugehen und diese zu ermutigen, ihre Grundstücke auf Pachtbasis für Eigentümer mobiler kleinwohnformen zur Verfügung zu stellen, ist aus Gründen mangelnder personeller Kapazitäten nicht leistbar“, bedauerte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen).

Er verwies darauf, dass der Bauausschuss über den jeweiligen Bauantrag zur Errichtung eines Tiny Houses zu entscheiden habe. Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth (Grüne) beantragte vergeblich, die gestrichene Aufforderung an Grundstücksbesitzer in den Grundsatzbeschluss doch noch aufzunehmen.

„Die Stadt darf sich nicht in privatrechtliche Angelegenheiten mischen“, hielt Zweiter Bürgermeister Günther Eibl (CSU) dagegen. Thorsten Thane bewertete den Grundsatzbeschluss mit gemischten Gefühlen. „Die Stadt hat ein wichtiges politisches Zeichen gesetzt, auch wenn ein wichtiger Passus gestrichen worden ist“, erklärte er nach der Sitzung.

Peter Herrmann

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