Umweltschutz-Söder in Rage

„WOR for Future“ protestiert gegen bayerisches Klimaschutzgesetz

„Greenwashing“ am Marienplatz: Söder-Double und Klimaschutzaktivisten kritisieren die Politik des bayerischen Ministerpräsidenten.
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„Greenwashing“ am Marienplatz: Söder-Double und Klimaschutzaktivisten kritisieren die Politik des bayerischen Ministerpräsidenten.

Wolfratshausen – Zwei Tage bevor der Landtag über die Verabschiedung des „Bayerischen Klimaschutzgesetzes“ zu debattieren hatte, kam es am Marienplatz zu einer theatralischen Protestaktion.

Aus einem Schwarz-Weiß-Foto, das das Gesicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zeigt, fertigte David von Westphalen eine Maske an. Für die etwa zehnminütige Protestaktion am Marienplatz zog er sie über, umarmte einen Baum und steckte dann symbolisch ein weißes T-Shirt in eine Maschine. Daraufhin zog er ein grünes Shirt, auf dem nur noch das Paragraphenzeichen seine ursprüngliche Farbe bewahrt hatte, aus der Wäschetrommel. Begleitet vom höhnischen Beifall von etwa einem Dutzend Menschen aller Altersgruppen sang er dazu den bekannten Refrain „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ und hängte das T-Shirt an eine Wäscheleine.

Die ungewöhnliche Protestaktion war eine Idee der Bewegung „Wor for Future“ – ein Zusammenschluss mehrerer Generationen von Klimaschützern in Wolfratshausen wie beispielsweise „Parents for Future“ und „Grandparents for Future“.

„Außer allgemeinen Empfehlungen und unverbindlichen Zielvorgaben sind im bayerischen Klimaschutzgesetz keine konkreten Regelungen oder verpflichtenden Vorgaben enthalten“, kritisiert David von Westphalen. Er verwies darauf, dass sogar die Nichteinklagbarkeit des Klimaschutzes betont werde. „Was die Regierung da vorhat, ist das Greenwashing ihrer eigenen Politik“, ärgert sich David von Westphalen. Genauso großspurig wie Söder das Gesetz angekündigt habe, genauso großspurig werde er weiterhin behaupten, Bayern sei Vorreiter beim Klimaschutz. „In Wahrheit aber verhindert dieses Gesetz den Klimaschutz. So etwas können wir uns einfach nicht mehr leisten. Es ist fünf nach zwölf, auch in Bayern“, glaubt David von Westphalen. Für diese deutlichen Worte erhielt er nicht nur Beifall. So stürmte eine Passantin erbost auf das Söder-Double und beschimpfte den Klimaschutzaktivisten. „Das ist eine Schande: Sie verunglimpfen hier unseren Ministerpräsidenten“, schrie sie. Peter Herrmann

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