Empfang: Bürgermeister Helmut Forster feiert 65. Geburtstag

Viel Lob und eine Flasche Selters

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Landrat Josef Niedermaier (l.) schenkte Helmut Forster zu dessen 65. Geburtstag eine Flasche Tegernseer Bier und einen Spezialitätenkorb.

Wolfratshausen – Am 2. Dezember wurde Helmut Forster 65 Jahre alt. Nun wurde im Rathaus gefeiert. Und auch ein Feuerwerk gab es für den Rathauschef.

Nach einer Feier im Ascholdinger Holzwirt am Sonntag durfte der Wolfratshauser Bürgermeister einen Tag darauf im Rahmen eines Empfangs der Stadt im Rathaussaal erneut die Glückwünsche und Geschenke von politischen Wegbegleitern entgegennehmen.Die Gästeliste las sich wie ein „Who is Who“ des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden, Stadträte, Pfarrer, Bankvorstände, Unternehmer und Feuerwehrleute gratulierten Helmut Forster am Montagabend nachträglich zu seinem 65. Geburtstag. Bevor Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler), Stimmkreisabgeordneter Martin Bachhuber (CSU) sowie die Fraktionssprecher der im Wolfratshauser Stadtrat vertretenen Parteien zu ihren Lobreden ansetzten, richtete Vize-Bürgermeister Peter Plößl ein Grußwort an die Festgemeinde. Dabei schaffte er ohne Mühe den Spagat zwischen der astrologischen Analyse des im Sternzeichen des Schützen geborenen Rathauschefs und gehobener Rainer-Maria-Rilke-Lyrik. „Das Feuerzeichen Schütze strebt nach Unabhängigkeit und gilt als geborener Optimist. Diese Eigenschaften sollten ohnehin zur Grundausstattung jedes Bürgermeisters gehören“, merkte Plößl an. Dass Forster keine Wolfratshauser Hausgeburt ist, sondern aus Niederbayern stammt, sei da nur ein zu vernachlässigender Makel. Schließlich zog der 65-Jährige bereits 1999 in den Stadtrat ein. „Dabei warst du immer ein Teamspieler, der auf ein kollegiales Miteinander großen Wert legte“, lobte Plößl. Martin Bachhuber, früher selbst Bürgermeister in Bad Heilbrunn, ergänzte, dass „trotz parteipolitischer Differenzen immer ein fairer Umgang gepflegt wurde“. Landrat Niedermaier registrierte indes besorgt, dass die beiden Wolfratshauser Bürgermeister in ihrer Amtszeit immer mehr abnehmen. Ein von ihm überreichter Spezialiätenkorb mit süffigem Tegernseer Bier sollte da zumindest vorübergehend Abhilfe schaffen. Noch süßer waren die Schokoladen-Geschenke der Grünen, der Sozialdemokraten und der Bürgervereinigung Wolfratshausen. Deren Sprecher Josef Praller überreichte dem Bürgermeister eine aus Schokolade angefertigte Rathausfassade. SPD-Fraktionssprecher Renato Wittstadt ergänzte seine Glückwünsche mit ironischer Kritik. Um Forster eine Zusage zur Kostenbeteiligung am Nordlandkreisbad zu erleichtern, ersetzte er eine Flasche Sekt durch eine Flasche Wasser. „Die Frage Sekt oder Selters ist damit beantwortet“, so Wittstadt. Und wenn er im Stadtrat wieder einmal zu lästig werden sollte, zog der Sozialdemokrat noch ein rotes Blatt Papier hervor. „Wenn du mir diese rote Karte zeigst, werde ich einmalig schweigen“, gelobte Wittstadt. Manfred Fleischer, Ortsvorsitzender der CSU, sieht in Forster indes einen hervorragenden Repräsentant der Loisachstadt und gab ihm die Empfehlung, dass „Wolfratshausen nicht über jedes Stöckerl springt, das uns der Landrat hinhält“. Chor- und Volksmusikstücke der städtischen Musikschule Wolfratshausen sowie ein von CSU-Stadtrat Alfred Fraas inszeniertes Feuerwerk, das von einem in der Loisach verankerten Floß ausging, rundeten den zweistündigen Festakt ab. Bürgermeister Forster war so viel Aufwand fast unangenehm. „Ich bin ziemlich daschlag’n und genieße den Abend. Vielleicht waren die vielen Lobesworte aber doch etwas übertrieben.“ Peter Herrmann

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