Unterschriften für Baumschutz

Wolfratshauser Bürger wünschen sich Baumschutzverordnung

Lili Doktor (r.) übergab die Liste an Bürgermeister Klaus Heilinglechner und die städtische Umweltbeauftragte Vivian Horngacher.
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Lili Doktor (r.) übergab die Liste an Bürgermeister Klaus Heilinglechner und die städtische Umweltbeauftragte Vivian Horngacher.

Wolfratshausen – Im Gegensatz zu Geretsried gibt es in Wolfratshausen bisher noch keine Baumschutzverordnung. Gewünscht wird diese aber von 350 Bürgern, deren Unterschriften nun an Bürgermeister Klaus Heilinglechner übergeben wurden.

Vor der Übergabe erklärte Lili Doktor, warum der Erhalt von Bäumen und Grünflächen so wichtig ist: „Nach den Ozeanen sind Bäume die größten Kohlenstoffsenker der Biosphäre und damit für die CO²-Bilanzder Erdatmosphäre von größter Bedeutung“, sagte sie. Doktor belegte diese These mit Zahlen.

So hat eine 150-jährige Buche etwa 800.000 Blätter, mit denen sie pro Tag bis zu 24 Kilogramm CO2 aufnimmt. Zudem filtert sie Schadstoffe aus der Luft: Bakterien, Pilzsporen und Staub. Insgesamt produziert diese Buche täglich rund 11.000 Liter Sauerstoff, das entspricht in etwa dem Tagesbedarf von 26 Menschen. Über ihre Blätter verdunstet sie täglich bis zu 500 Liter Wasser und kühlt damit die Umgebungstemperatur ab.

Doktor prangerte zudem an, dass vor der ehemaligen Pizzeria Vanessa im Stadtteil Nantwein Kastanien gefällt werden mussten, um dort neue Wohnungen und Fertiggaragen zu errichten.

„Wir brauchen nicht für alles eine Verordnung“

„Es muss nicht immer auf diese Weise in unserem Stadtgefüge nachverdichtet werden“, glaubt Doktor. So gab es beispielsweise am Asternweg bis vor ein paar Jahren kleine Einfamilienhäuser, die durch Mehrfamilienhäuser ersetzt worden sind. Auf diesen Grundstücken steht jetzt jeweils eine Tiefgarage, die Zufahrten und Zugänge sind auf das Mindestmaß reduziert. „Auf einem der Grundstücke wurden Bäume erhalten und auf dem anderen sogar sieben Bäume gepflanzt“, lobte Doktor.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner räumte indes ein, dass er kein Freund einer Baumschutzverordnung sei. So könne etwa schon in Bebauungsplänen eine umweltfreundliche Lösung gefunden werden. „Wir brauchen nicht für alles eine Verordnung. Außerdem liegt es nicht an der Stadt, wenn Bäume gefällt werden müssen“, gab er zu bedenken. Entscheiden muss der Stadtrat, der eine Baumschutzverordnung auch gegen den Einwand des Bürgermeisters durchsetzen kann.

Peter Herrmann

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