Wolfratshauser CSU und DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen wollen Ascholdinger Hallenbad erhalten

„Man behandelt uns wie Beulenpest“

Wolfratshausen – Bernhard Link, Vorsitzender der DLRG  Schäftlarn-Wolfratshausen, meldete sich im Rahmen des CSU-Bürgerstammtisches in der Gaststätte Löwenbräu zu Wort und übte Kritik an der Planung des neuen Geretsrieder Hallenbads.

„Wir bekommen dort für unsere Bedürfnisse zu wenig Wasserfläche“, befürchtet Link. Die Warteliste für Schwimmkursteilnehmer reiche derzeit bis Ende 2013. Umso mehr würde Link eine Schließung des Ascholdinger Schwimmbads bedauern. Der DLRG-Vorsitzende kritisierte, dass sowohl von der Gemeinde Dietramszell als auch von der Stadt Geretsried in den zurückliegenden Jahrzehnten zu wenig für den Schwimmsport getan wurde: „Im Gegensatz zu anderen Sportarten haben wir keine Lobby und werden manchmal so behandelt als hätten wir die Beulenpest. Was passiert denn, wenn das Geretsrieder Bad mal aufgrund technischer Schwierigkeiten für mehrere Wochen geschlossen bleibt? Dann hätte die DLRG kaum noch Alternativen.“ Dass dieses Szenario Wirklichkeit werden könnte, hält CSU-Stadtrat Richard Kugler durchaus für möglich. „Wenn die Geretsrieder das neue Schwimmbad wirklich mit dem alten Heizkessel aus dem benachbarten Gymnasium beheizen, könnte es brenzlig werden“, glaubt Kugler. Alternative wäre eine Beheizung durch Geothermie, deren Erfolg aber momentan noch nicht absehbar ist. Die Höhe der  Betriebskosten sei demnach nicht abzuschätzen. Kugler räumt indes ein, dass die einmaligen Baubeteiligungskosten von 277.000 Euro zu stemmen sein müssten. „Aber dieser relativ geringe Beitrag täuscht über die Folgekosten hinweg. Bei der immensen Wolfratshauser Verschuldung würden wir ein hohes finanzielles Risiko eingehen“, warnt der CSU-Stadtrat. CSU-Ortsvorsitzender Manfred Fleischer wurde noch deutlicher: „Wenn die Wolfratshauser das Geretsrieder Bad benutzen und Eintritt zahlen, ist das genug Beteiligung.“ Wie Link würde auch Fleischer eine Schließung des Ascholdinger Hallenbads bedauern. „Wenn für den Erhalt ein wirtschaftliches Konzept aufgestellt werden würde, könnte auch mit Fördergeld gerechnet werden“, hofft der CSU-Chef. Dass sich in Wolfratshausen neben der SPD auch eine Bürgerinitiative für eine Kostenbeteiligung am Bad ausspricht, verwundert Fleischer: „Da haben viele Leute unterschrieben, die Geschäfte in Geretsried haben.“ Und die SPD? „Die taumeln in der Abstiegszone und haben den Anschluss verloren“, polterte Fleischer. Auch in puncto S-Bahn-Verlängerung wirft der CSU-Vorsitzende den Genossen einen Ausverkauf Wolfratshauser Interessen vor. „Wer für die Schrankenlösung eintritt, positioniert sich gegen Wolfratshausen“, so Fleischer. Die CSU, zu der auch BIQ (Bürgerinitiative zur Querung Sauerlacher Straße)-Vorsitzender Alfred Fraas gehört, werde indes alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen.

Peter Herrmann

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