Sirenenchor präsentiert Film

Wolfratshauser Kino: Regisseur Walter Steffen zeigt Werk bei Matinee

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Der Sirenenchor trat erstmals im Wolfratshauser Kino auf.

Wolfratshausen – Auf sechseinhalb Minuten kürzte Walter Steffen das umfangreiche Filmmaterial, das er bei Proben und Auftritt des Sirenenchors aufgenommen hatte, zusammen. Eine Herausforderung, die der Regisseur aus Seeshaupt hervorragend meisterte, wie nun bei einer Aufführung im Kino an der Bahnhofstraße zu sehen war.

Bevor sich der Saal verdunkelte, erinnerte Walter Steffen noch einmal an den Entstehungsprozess seiner Mini-Dokumentation über den Sirenenchor. „Assunta Tammelleo vom Kulturverein Isar-Loisach bat mich darum, einen kurzen Imagefilm fürs Internet zu drehen“, berichtete er. Steffen ließ sich nicht lang bitten: Gemeinsam mit seinem Filmteam begleitete er das hauptsächlich aus Frauen bestehende Ensemble bei drei Proben und drei Auftritten. „Am Ende hatten wir über 20 Stunden Material“, erzählte Steffen. Aus dem geplanten zwei- bis dreiminütigen Zusammenschnitt wurde schließlich ein knapp sechseinhalbminütiger Film. Darin berichten Assunta Tammelleo, Andrea Weber, Sabrina Schwenger, Regina Hellmann, Isabel Heß sowie Hermann Paetzmann und Nikolaus Sanktjohanser über ihre Beweggründe, in dem Chor mitzuwirken. Während für Hellmann das Singen als „das Wichtigste in meinem Leben“ bezeichnet, ist es für Nikolaus Sanktjohanser einfach nur ein Ventil, um Dampf abzulassen. Kein Wunder, machte sich der Sirenenchor doch schon mal bei einer Anti-AfD-Demo in Geretsried oder bei einer Kundgebung zum Erhalt der Geburtsstationen im Landkreis lautstark bemerkbar. Dass man(n) nicht jeden Text des Ensembles bierernst nehmen sollte, war dann beim Kurz-Auftritt im Kinosaal zu hören. „Der Mann, das ist ein Lustobjekt und sonst nicht zu gebrauchen“, hieß es da in einem Stück. Darüber lachten vor allem die Herren herzlich. Und auch den beiden Kinobetreiberinnen Gudrun Heigl und Cornelia John gefielen die Gesangseinlagen so gut, dass sie spontan einen Geldbeitrag für den Sirenenchor spendeten. Begeistert vom Gesamtambiente des Wolfratshauser Lichtspieltheaters äußerte sich Walter Steffen. Er appellierte an die politischen Entscheidungsträger in der Stadt, dieses Kino als „Kulturgut“ lange zu erhalten. Unter dem Motto „Wenn Sirenen und Senioren singen“ amüsierten sich die Besucher der vom Kulturverein Isar-Loisach veranstalteten Matinee im Anschluss über die Vorführung des 2007 entstandenen und mehrfach preisgekrönten US-Dokumentarfilms „Young@Heart“. Peter Herrmann

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