„Wollen keine Eiger-Nordwand“

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OLIVER PULS, Wolfratshausen - Die CSU machte ihre Forderung nach einem Schlittenbergerl für die Waldramer Kinder zum Thema der Kommunalwahl. Im Stadtrat fand sie mit ihren Plänen dann eine Mehrheit, im vergangenen Jahr aber bremste das Landratsamt die Erwartungen auf baldige Realisierung: Die Baubehörde nahm Anstoß an den Materialien für das Bergerl, das großteils aus Schutt bestanden hätte – was von der Stadt Wolfratshausen dann schnell korrigiert wurde. Und auch jetzt steht ein baldiger Baubeginn wieder auf wackeligen Beinen. Es hat sich Widerstand formiert. Anliegern, 268 an der Zahl, ist ein sechs Meter-Bergerl schlicht zu hoch. Auch haben sie Angst davor, dass der Schlittenberg in den Sommermonaten die Größeren zum „cross-biken“ anlockt. Die meisten könnten sich mit einem niedrigeren Bergerl anfreunden, auch fordern sie einen Alternativ-Standort für den Bolzplatz. Im Bauausschuss diskutierten die Stadträte die jüngst initiierten Unterschriftenaktionen der Befürworter und Gegner des Bergerls. Roswitha Beyer (SPD) nahm die Sorge der Anwohner, das Bergerl werde keine Bergerl, sondern ein richtiger Berg, zum Anlass, um von der CSU eine niedrigere Variante zu fordern. „Vier Meter reichen doch auch“, meinte Beyer. Überhaupt seien sechs Meter für so ein kleines Grundstück auch viel zu steil. Und Fraktionskollege Reiner Berchtold wusste, „die Leute sind nicht von Grund auf gegen das Bergerl, sondern nur gegen die sechs Meter. Richard Kugler, der in der Sitzung seine Fraktion alleine vertreten musste, versicherte, man werde sich noch einmal über die Höhe Gedanken machen. Bürgermeister Helmut Forster indes freute sich darüber, dass es „bei uns auch Unterschriftenlisten für etwas gibt und nicht nur gegen etwas“. Immerhin hätte sich auch 133 Waldramer für das Schlittenbergerl ausgesprochen. Schließlich könne es sich nicht jeder leisten, mit seiner Familie am Wochenende in die Berge zu fahren, das Schlittenbergerl erfülle eine soziale Aufgabe, so Forster weiter. „Wir wollen dort keine Eiger-Nordwand errichten“, beeilte sich Kugler die Gemüter zu beruhigen. Ein Bergerl aber müsse es schon werden, ob sechs Meter oder vier Meter hoch ließ er offen. Ob es in der kommenden Wintersaison Rodel gut heißen wird, hängt davon ab, auf was und in welcher Höhe sich die zwei Parteien einigen werden. Und nachdem bereits der Juni Einzug gehalten hat, ist durchaus Eile geboten.

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