Regionale Krankenhäuser stärken

SPD wünscht sich mehr Fördermittel für Gesundheitseinrichtungen

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Fordern mehr staatliche Fördermittel für Kliniken: Landratskandidatin Filiz Cetin (r.) und SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Waldmann (2.v.r.).

Wolfratshausen – Die Frage „Was können Krankenhäuser der Region in Zukunft leisten?“ stellte der SPD-Ortsverband bei einem Diskussions- und Informationsabend in der Wirtschaft Flößerei. Eingeladen waren unter anderem Ruth Waldmann, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, und Landratskandidatin Filiz Cetin.

„Das ist ein schwieriges Thema“, räumte Ortsvorsitzender Peter Fasching ein. Denn laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie schreibt mehr als die Hälfte der bayerischen Krankenhäuser rote Zahlen. Nicht wenige Experten fordern deshalb sogar, dass kleine Krankenhäuser auf dem Land schließen sollen und die Kompetenz in Großkliniken gebündelt werden soll.

Ruth Waldmann kennt diese Statistiken und lieferte weitere Zahlen. Demnach sei die Verweildauer in Kliniken in den vergangenen 27 Jahren von 12,6 Tagen auf durchschnittlich 7,2 Tage gesunken. „Gleichzeitig haben die Fallzahlen aber zugenommen“, gibt die Landtagsabgeordnete zu bedenken. Sie begrüßte zwar, dass der Freistaat Bayern in diesem Jahr rund 643 Millionen Euro in die Klinken steckt. „Wir schieben aber auch seit Jahren einen Investitionsstau vor uns her“, erklärte Waldmann. Nach Einschätzung von Landratskandidatin Filiz Cetin, die bei einer großen Krankenversicherung arbeitet, sind vor allem die hohen Investitionskosten für die Misere verantwortlich. „Der Freistaat tut zu wenig für die Kliniken“, ärgert sie sich. Laut Peter Fasching bekommt beispielsweise die Wolfratshauser Kreisklinik von der Regierung von Oberbayern lediglich 500.000 Euro an Fördermitteln. „Ohne die Unterstützung des Vereins der Freunde der Kreisklink würde es schlecht aussehen“, sagte der Ortsvorsitzende. Waldmann forderte ein größeres Mitspracherecht der Landkreise und Kommunen bei der Ausstattung der Krankenhäuser. Kooperationen, wie beispielsweise die Geburtshilfe in Wolfratshausen und Starnberg, lobte sie ausdrücklich. In der anschließenden Debatte forderte SPD-Mitglied Bernhard Lorenz ein detailliertes staatliches Konzept, um den Standort und die Qualität von Kliniken dauerhaft zu sichern. Er schlug vor, Lizenzen an Privatkliniken nur dann zu vergeben, wenn sie wichtige Versorgungsangebote bedienen. 

Nach Ansicht von Filiz Cetin müsse zudem ein Augenmerk auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Pflegekräften gelegt werden. Ex-SPD-Stadtrat Rainer Holthaus wünscht sich eine bessere Spezialisierung der Kliniken. Waldmann setzt sich zudem dafür ein, dass die Digitalisierung vorangetrieben wird. „Das ewige Gekritzel auf Zetteln muss reduziert werden“, forderte sie. Am Ende waren sich alle einig, dass die Gesundheitspolitik auch kleine regionale Krankenhäuser noch stärker unterstützen muss. „Wir brauchen schnell erreichbare Notfalleinheiten“, stellte SPD-Kreisrat Reiner Berchtold klar. Denn gerade bei Geburten oder Schlaganfällen zählt oft jede Minute. Peter Herrmann

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